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VVS investiert in neue Kraftwerke

Diue VVS investiert in neue Kraftwerke.

Diue VVS investiert in neue Kraftwerke.

Saarbrücken. Die Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft Saarbrücken mbH (VVS) fährt weiter Verluste ein, will aber 2015 ein ausgeglichenes Jahresergebnis erwirtschaften. Das sagt Thomas Severin, Sprecher der Geschäftsführung. Gleichzeitig investiert der Konzern in umweltfreundliche Blockheizkraftwerke (BHKW). Im Oktober sollen zwei weitere Anlagen an der Römerbrücke und am Halberg in Betrieb gehen. Severin: „Die Kraft-Wärme-Kopplung ist hocheffizient und ökologisch. Damit setzt die VVS den Weg der Energieerzeugung fort.“

2011 gingen bereits drei kleine BHKW im Busdepot in Betrieb, außerdem ein neues Gas- und Dampfturbinen-Heizkraftwerk im Industriegebiet Süd im April 2012. Die Investitionssumme von 70 Millionen Euro inklusive der beiden neuen BHKW habe der Konzern mit Eigen- und Fremdkapital finanziert, sagt Severin. Sein Vorstandskollege Peter Edlinger ergänzt, auch das Geld aus dem Verkauf einer zwanzigprozentigen Beteiligung an den Stadtwerken an die Energieunternehmen VSE und Enovos fließe in die neuen Anlagen. 2008 war das Unternehmen wegen großer Finanzprobleme zum Verkauf der Anteile gezwungen gewesen.

Mit den Ausgaben für den Weiterbau der Saarbahn-Strecke bis Lebach habe der Konzern im vergangenen Jahr 100 Millionen Euro ausgegeben. Zu den Verlusten sagte Edlinger: „Wir haben erst 2011 in die Kraftwerke investiert. Da konnten wir jetzt noch keine Erträge erwarten.“ Severin ist mit dem Konzernergebnis deshalb auch zufrieden: „Trotz massiver Investitionen konnten wir die Verluste konstant halten. Das ist ein Erfolg.“

Beim Ausbau der BHKW tritt er aber auf die Bremse. Zwar habe der Aufsichtsrat den Bau dreier weiterer Anlagen genehmigt. Die würden aber die Renditeerwartungen nicht erfüllen. Denn die Gas- und Strompreise gäben das zurzeit nicht her. Severin erläutert, beim Strompreis seien 68 Prozent staatliche Abgaben und Steuern, nur an 32 Prozent könne der Konzern Geld verdienen. Er schließt nicht aus, dass die VVS zu einem späteren Zeitpunkt weitere Anlagen baue.

„Wir schaffen Energiewende“

Die bereits laufenden Kraftwerke leisten einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz und senken die schädlichen Kohlendioxid-Emissionen. Die sollen nach den Plänen der Bundesregierung bis 2020 um 40 Prozent sinken. Die Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen hätten einen Wirkungsgrad von 85 Prozent, sagt Severin. „Im Vergleich zum Bundesdurchschnitt sind wir bei den Kohlendioxid-Emissionen um 30 bis 40 Prozent besser.“

Severin setzt auch auf die Windenergie. Die VVS wolle sich künftig an Windkraftanlagen in der Region beteiligen. Das sei aber schwierig, weil sich alle Energieunternehmen bundesweit für diese Anlagen interessieren. Der Konzern hat bereits Beteiligungen am Windpark Freisen sowie an den Solarparks Kenn bei Trier und Ahorn im Main-Tauber-Kreis.

Ist die Energiewende nach dem Atomausstieg zu schaffen? Severin, der seit Jahresbeginn an der Spitze des VVS-Konzerns steht, ist optimistisch: „Das schaffen wir, die Frage ist nur die Geschwindigkeit. Und es muss bezahlbar bleiben.“ Er sieht Deutschland als Vorreiter in Europa. Oberstes Gut sei die Netzstabilität. Ist es auch realistisch, dass bis 2050 die komplette Stromproduktion in Saarbrücken aus erneuerbaren Energien kommt? Voraussetzung dafür sei, dass in 10 bis 20 Jahren der Strom gespeichert werden könne und gewährleistet ist, dass die erneuerbaren Energien die Leistung der VVS-Anlagen zuverlässig übernehmen, betont der Konzernchef.

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