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Vater soll Tochter 300 Mal missbraucht haben

Saarbrücken. Seit gestern steht ein Vater von drei Kindern wegen sexuellen Missbrauchs seiner Tochter vor Gericht. Die Anklage wirft dem Mann aus dem Landkreis Saarlouis 300 Übergriffe in den Jahren 1999 bis 2002 vor. Das Mädchen war damals zwischen acht und elf Jahre alt. Fast täglich soll der Vater im Elternschlafzimmer das Mädchen missbraucht haben. Der Angeklagte ging früh ins Bett, weil er morgens zeitig zur Arbeit musste, das Mädchen ging mit ihm. Die Mutter sprach dem Alkohol zu und blieb meistens länger auf.

Der Vorsitzende Richter der Jugendschutzkammer legte dar, dass eine erhebliche Strafmilderung zu erwarten sei, wenn der Angeklagte gestehe seiner Tochter ein Auftreten als Zeugin erspare. Doch selbst im Falle eines Geständnisses sei eine Freiheitsstrafe von mehr als zwei Jahren zu erwarten. Nach einer kurzen Beratung mit seinem Verteidiger erklärte sich der Vater für unschuldig: „Ich versteh’s nicht, es ist überhaupt nichts passiert“, sagte der 47-Jährige. Selbstverständlich habe das Mädchen gelegentlich im Ehebett geschlafen, aber mit Beginn der Schulzeit habe man das unterbunden.

Bekannt sind die Vorwürfe seit dem Jahr 2009. Der Vater weiß davon durch einem Brief, den ihm das Mädchen schrieb „…Papa, ich hasse dich… warum hast du mir das angetan?“ Schon viel früher habe die inzwischen verstorbene Mutter davon erfahren. Das Mädchen hatte damals unter dem Siegel der Verschwiegenheit ihrer älteren Schwester von den Vorfällen berichtet. Die ging aber doch zur Mutter.  Über deren Reaktion sagt die heute 19-Jährige: „Mama hat mich gerüffelt. ‚Sag dass das nicht wahr ist!“ Erst Jahre danach kam es durch ein ferner stehendes Familienmitglied doch noch zur Anzeige bei der Polizei.


Das Mädchen ist in psychologischer Behandlung, sechs Wochen war sie in einer Klinik, heute wird sie ambulant betreut. Ihre Therapeuten glauben ihr. Aber es gibt auch Zeugen, die sich für den Angeklagten einsetzen. Sein Stiefsohn: „Als ich von der Anklage hörte, wollte ich eine Aussage machen. Er war immer für uns da. Es ist nie was Negatives vorgekommen.“ Die Mutter habe ein Alkoholproblem gehabt. Sie sei erst nach Mitternacht zu Bett gegangen. Seine Stiefschwester habe mit der Mutter aufbleiben müssen, weshalb es nicht zu den Taten habe kommen können. jht

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