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Vatertag am Bostalsee: Schlägerei auf Tretboot – Alkleiche in der Hecke

Gegen 16.30 Uhr spannte sich am Vatertag die Lage für die Polizei immer mehr zu. „Präventiv können wir hier nichts mehr tun, es ist nicht mehr zu kontrollierten“, sagte der Türkismühler Polizeichef Gernot Müller. Der Zustrom der teils alkoholisierten Jugendlichen nahm ständig zu. „Beim Anmarsch der Gruppen sind wir etwa von 1000 Wanderern ausgegangen“, ergänzte Müller.
Doch am Nachmittag sah es aus, als würde die Pilgerschar regelrecht den Biergarten belagern. Gruppenweise verstopften die jungen Leute mit Alkohol-Transportgefährten die Wege. Wummernde Bässen aus den Lautsprechern von den Bollerwagen beschallten das Gebiet großräumig. Alkohol floss in Strömen, fertig gedrehte Joints gehörten zur Marschverpflegung. Pech für zwei Jungs: Gerade als sie sich einen Zug vom Cannabis genehmigen wollten, stand die Polizei auf der Matte. Statt eines Glücksgefühls folgte die Ernüchterung – und die hieß Leibesvisitation. „Dass hier gekifft wird, wissen wir“, sagte Müller, der an diesem Tag verdeckt seiner Arbeit nachging.

Bereits zuvor war ein Jugendlicher auf wackligen Beinen im Zelt des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) gelandet.Er soll sich synthetische Drogen reingepfiffen haben. Dafür sprachen nach Angaben eines Rotkreuzlers die äußeren Symptome. Überhaupt beunruhigten chemische Rauschgifte die Ermittler. Denn im Nachklapp zum Chaostag am 1. Mai habe sich herausgestellt, dass ein ins Krankenhaus eingeliefertes Opfer unter dem Einfluss der gefährlichen Droge Liquid Ectasy stand. Ein besonders gefährlicher und heimtückischer Stoff. „Das ist schon besorgniserregend“, bilanzierte Müller.

päter wurde der Rettungswagen an Christi Himmelfahrt vors Strandbad gerufen, wo die Mitarbeiter der Sicherheitsfirma einen Volltrunkenen im Gebüsch entdeckt hatten. Und ehe ein junger Mann, mit einem Baseballschläger ausstaffiert, Blödsinn anstellen konnte, wurde das eigentliche Sportgerät einkassiert. Zwischendurch mussten sich die Ordnungshüter um eine eine Schlägerei kümmern. Hier waren sich Besucher auf einem wackligen Tretboot in die Haare geraten.

Doch was und wo ist das Ziel der Wandergruppen, die überwiegend recht planlos am Bostalsee umherstreiften? Ein Festprogramm gab es jedenfalls nicht. „Das muss man sich fragen, hier ist gar nichts. Den Biergarten besuchen sie nicht, weil sie alles mitbringen“, sagte Müller. So wie sich die Situation am 1. Mai und am Vatertag vor dem Biergarten im Umfeld des Bostalsee dargestellt hat, sei sie nur schwer in den Griff zu bekommen. Und was schlägt der Polizeichef als Problemlösung vor? „Aus meiner Sicht wäre es das Beste, den Jugendlichen eine Veranstaltung anzubieten. Dies werde ich auch dem Nohfelder Gemeinderat vorschlagen“, kündigte Müller an. In diesem Jahr sei man mit einem blauen Auge davon gekommen, aber die gesellschaftlichen Probleme seien dadurch nicht aus der Welt.



AM RANDE

Für einen Pfandsammler aus Sulzbach hat sich das Verhalten der jugendlichen Wegwerf-Gesellschaft als gute Einnahmequelle herausgestellt. Das Vatertagsgeschäft am Bostalsee allerdings verlief eher schleppend für ihn. „So um die 150 Euro wird die Sammlerei einbringen“, schätzte der Senior. Die landesweite Top-Einnahme mache er beim Roccodel-Schlacko-Festival in Püttlingen. „Da sind an drei Tagen zwischen 800 und 900 Euro drin“, schilderte er. frf



AUF EINEN BLICK

Bis um 19 Uhr am Vatertag lagen der Polizei folgende Straftaten vor: sechs Verstöße gegen das Jugendschutzgesetz, vier Anzeigen wegen groben Unfugs, drei Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz. Zudem wurden am Bostalsee zahlreiche Platzverweise erteilt. Diese Arbeit teilten sich Polizisten und Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma. Acht alkoholisierte Jugendliche und zwei unter Drogeneinfluss stehende wurden im DRK-Zelt versorgt, drei davon landeten im Krankenhaus. Strafanzeigen gab es zudem wegen Körperverletzungen. Im Einsatz waren Polizisten aus Türkismühle, der Bereitschaftspolizei aus Saarbrücken, 23 DRKHelfer und 20Sicherheitsmitarbeiter. frf
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