A8 Neunkirchen Richtung Saarlouis Zwischen AS Schwalbach/Schwarzenholz und AS Schwalbach Dauerbaustelle, Arbeiten am Mittelstreifen, linker Fahrstreifen gesperrt bis 28.10.2017 16:00 Uhr Zweiter Fahrstreifen auf Standspur eingerichtet. (26.05.2017, 13:53)

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VdK sieht Saarlands Bahnhöfe als Schlusslicht bei Barrierefreiheit

Symbolfoto

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Der Sozialverband VdK Saarland fordert mehr Barrierefreiheit an den saarländischen Bahnhöfen. Das machten der Landesvorsitzende, Armin Lang, und der Landesgeschäftsführer des VdK, Peter Springborn, gestern bei einer Pressekonferenz im Bahnhof Sulzbach deutlich. Dieser Bahnhof gilt zurzeit noch als Negativbeispiel für fehlende Barrierefreiheit. Er ist nicht stufenlos erreichbar, es gibt keine Markierungen für sehbehinderte Menschen, und die Bahnsteige sind zu niedrig. Wie der Sulzbacher Bürgermeister Michael Adam ( CDU ) ankündigte, plant die Deutsche Bahn nun einen Umbau des Bahnhofs im Frühjahr 2017. Er soll mit einer Rampe, einem Aufzug, und durch die Erhöhung des Bahnsteigs barrierefrei werden.

Der Bahnhof Sulzbach sei einer von vielen saarländischen Bahnhöfen, die noch voller Hindernisse sind, betonte Lang. Mit 43 stufenlosen Bahnhöfen (nur 56 Prozent) sei das Saarland klares Schlusslicht und liege weit hinter dem Bundesschnitt (75 Prozent).

Blindenleitstreifen fehlten bei der Hälfte der Bahnhöfe , auch in Kreisstädten wie Neunkirchen. In Städten wie Homburg, Völklingen, St. Ingbert oder St. Wendel seien nicht alle Bahnsteige mit Leitstreifen versehen, berichtete der VdK. Erhard Pitzius, Vorstandsmitglied des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) im Saarland kritisierte, dass als barrierefrei geltende Bahnhöfe teilweise nur bedingt barrierefrei seien. Zum Beispiel sei in Fischbach-Camphausen der Bahnsteig zwar stufenlos erreichbar, ein Gleiswechsel sei aber nur über große Umwege möglich.

Der VdK und der VCD fordern von der Deutschen Bahn eine Aufhebung der „Prioritäts-Regel“. Die sieht vor, dass nur Bahnhöfe , die am Tag von mehr als 1000 Reisenden genutzt werden, barrierefrei sein müssen. Unterhalb dieser Grenze werden kostenaufwendige Maßnahmen wie Aufzüge oder lange Rampen nur bei „besonderem Bedarf“ wie einer Behindertenschule in der Umgebung umgesetzt.

In unmittelbarer Nähe des Sulzbacher Bahnhofs liegen das Krankenhaus und ein Seniorenwohnheim. Das Krankenhaus beherberge eine Augenklinik, deren Patienten auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen seien, betonte Adam. Springborn ergänzte, dass die Klinik zudem viele Menschen mit Gehbehinderungen betreue. All diese Menschen können den Sulzbacher Bahnhof zurzeit nicht nutzen.

Auch aus Sicht des Saar-Verkehrsministeriums besteht Nachholbedarf bei der Barrierefreiheit. Mit der Bahn will das Ministerium „hohe Beträge“ in den Aus- und Umbau von Bahnhöfen stecken. Ziel sei es, in den nächsten vier Jahren für mehr als 90 Prozent der Fahrgäste einen barrierefreien Zugang zu schaffen, sagte Staatssekretär Jürgen Barke ( SPD ). Bis 2019 seien 16 Umbauprojekte im Saarland geplant.

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