A8 Karlsruhe Richtung Neunkirchen Zwischen AS Einöd und AS Limbach Unfall mit LKW, Gefahr durch Gegenstände auf der Fahrbahn (07:47)

A8

Priorität: Sehr dringend

11°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken
11°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken

Verärgerte Azubis demonstrieren gegen Personalpolitik bei Terex

»Terex sagt: Nein«:  Die Azubis sind mit der Personalpolitik des Zweibrücker Kranbauers unzufrieden.

»Terex sagt: Nein«: Die Azubis sind mit der Personalpolitik des Zweibrücker Kranbauers unzufrieden.

  Wut und Unverständnis – so beschreiben die Auszubildenden bei Terex-Demag ihre derzeitigen Gefühle. Jeder der 15 gewerblichen Lehrlinge soll zum Ende des Jahres nach Abschluss der Auszubildung den Betrieb verlassen. „Mit dieser Ankündigung verstößt das Terex-Management gegen die geltenden Tarifverträge, die eine zumindest befristete Übernahme nach dem Ende der Ausbildung vorsehen“, erklärte Ralf Cavelius, Sekretär der IG Metall Homburg, am Samstagvormittag während einer Kundgebung auf dem Zweibrücker Hallplatz. Zuvor beteiligten sich die über 200 Auszubildenden – darunter auch welche aus anderen Betrieben in Zweibrücken und aus dem benachbarten Saarland – an einem Protestzug durch die Innenstadt. Die Demonstration führte auch am Arbeitsamt vorbei, zu dem die jungen Menschen wohl im Dezember gehen müssen. „Die Auszubildenden strengen sich an“, betonte Willi Witmaier, stellvertetender Vorsitzender der Jugendvertretung. So seien sie sogar „Weltmeister im Schweißen“ geworden. Vor allem im Blick auf die Diskussion über den Facharbeitermangel sei die Entscheidung von Terex nicht nachvollziehbar. Von der Unternehmensleitung gebe es keine Antworten. „Sie sollen aber wissen, dass es uns auf den Sack geht, was sie mit uns machen und wir uns das nicht länger gefallen lassen“, sagte Witmaier am Redenerpult in Richtung der Terex-Führung. Mit Spannung blicke er dem nächsten Verhandlungstermin am 21. Oktober entgegen.

„Es wird die berufliche Zukunft junger Menschen zerstört, bevor ihre Karriere überhaupt begonnen hat“, kritierte Cavelius. Terex stelle dies als unausweichliche Maßnahme dar, als Bestandteil eines Personalabbaus. Der Betriebsrat und die IG Metall hätten bessere Konzepte vorgelegt. „Die Azubis könnten demnach alle übernommen werden und betriebsbedingte Kündigungen sind vermeidbar“, informierte der Gewerkschaftsfunktionär. Der Arbeitgeber, der viele Arbeiten zu anderen Standorten verlagert habe und nach wie vor Leiharbeitnehmer beschäftige, habe davon aber nichts wissen wollen. Die Arbeitgeberseite argumentiere sogar, dass keine Produktion nach Zweibrücken zurück verlagert werden könne, weil die benötigten Fachkräfte fehlen. „So perfide und pervers ist die Situation“, empört sich Cavelius. Denn nun sollten gut ausgebildete Fachkräfte den Betrieb gleich nach der Ausbildung verlassen. Dreieinhalb Jahre Investition in Menschen und Zukunft würden einfach weggeworfen. Dies sorge nicht nur bei den Betroffenen für Verbitterung. Die Entscheidung führe auch zu Sorge über die weitere Entwicklung des Standortes. So könnte dessen Perspektive für die nächsten zehn bis 15 Jahre durchaus in Frage gestellt werden.

Auch der SPD-Landtagsabgeordnete Fritz Presl, der die Demo in der Innenstadt verfolgte, sagte, er könne die Situation nicht verstehen. Gerade wegen des Facharbeiter-Mangels sollte den jungen Menschen eine Perspektive gegeben werden.

Hat dir dieser Artikel gefallen?
Ja Nein