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Verband: Im Saarland gibts zu wenig Montessori-Lehrer

Saarbrücken. 33 Erzieherinnen und Lehrkräfte verschiedener Schulformen haben am Samstag bei einer Feierstunde in der Montessori-Gesamtschule in Saarbrücken-Schafbrücke ihr frisch erworbenes Montessori-Diplom entgegengenommen. Die 31 Frauen und zwei Männer, darunter auch einige aus Rheinland-Pfalz, hatten erfolgreich eine eineinhalbjährige, berufsbegleitende Zusatzausbildung absolviert, die die theoretischen und praktischen Grundlagen der von der italienischen Ärztin Maria Montessori entwickelten Pädagogik vermittelt.

Der Diplomlehrgang war der zweite, den der Montessori Landesverband Saarland zusammen mit dem Landesinstitut für Pädagogik und Medien (LPM) und der Deutschen Montessori Dachgesellschaft im Saarland angeboten hatte. Nach Angaben von Ernesta Backes, der Vorsitzenden des Montessori Landesverbands, ist der Bedarf an Montessori-Pädagogen im Saarland weiterhin groß. Von den elf Lehrkräften der Montessori-Gesamtschule in Schafbrücke haben sieben mit diesem Kurs ihr Montessori-Diplom erworben. Die mit dem Schuljahr 2008/2009 eröffnete Schule in privater Trägerschaft ist noch im Aufbau. „Wir haben für das kommende Schuljahr 80 Anmeldungen, können aber nur 24 Kinder aufnehmen“, sagte Schulleiter Ulli Basselli. „Wir brauchen jedes Jahr 1,5 neue Lehrerstellen“.

Auch bei den übrigen Montessori-Einrichtungen wie dem Kinderhaus und der Grundschule in Saarbrücken-Rußhütte gibt es laut Ernesta Backes lange Wartelisten und zum Teil Ausbaupläne. Stephan Körner (Grüne), Staatssekretär im saarländischen Bildungsministerium, sagte bei der Diplomfeier, er sehe Privatschulen wie die Montessori-Gesamtschule nicht als kritisch, sondern als bereichernd für das staatliche Schulsystem an. Daher habe man im Jamaika-Koalitionsvertrag auch ein Bekenntnis zu den Privatschulen abgegeben. Mit ihrer „Orientierung an der Verschiedenheit der Kinder, der Individualisierung des Lernens und des gemeinsamen Lernens von Kindern mit unterschiedlicher Begabung“ habe die Montessori-Pädagogik Vorbildcharakter.

Körner lobte deshalb, dass der Montessori-Diplomkurs für alle Erzieher und Lehrer offen sei. „So kann jede Schule und jeder Kindergarten potenziell davon profitieren.“ Allerdings könne man jetzt nicht sagen, dass „wir aus jeder Schule eine Montessori-Schule machen“, schränkte Körner ein. Denn die Montessori-Schulen lebten auch vom Idealismus der Lehrkräfte und von den Eltern, die sie mittragen. „Das kann man nicht von oben verordnen“, so Körner.

Im Frühjahr will der Montessori Landesverband den dritten Diplomkurs starten, diesmal in Eigenregie. Erste Anmeldungen lägen vor. „Wir hoffen, möglichst viele Absolventen im Lande halten zu können, um die Montessori-Pädagogik ausbauen zu können“, so Backes. Denn zwei Diplomanden aus Kurs eins seien nach Bayern abgewandert, Montessori-Pädagogen würden „weltweit händeringend“ gesucht. sbu

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