A8 Neunkirchen Richtung Saarlouis Zwischen AS Schwalbach/Schwarzenholz und AS Schwalbach Dauerbaustelle, Arbeiten am Mittelstreifen, linker Fahrstreifen gesperrt bis 28.10.2017 16:00 Uhr Zweiter Fahrstreifen auf Standspur eingerichtet. (26.05.2017, 13:53)

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Verband fürchtet: 85.000 Jobs in Auto-Industrie fallen weg

Die europäische Autoindustrie und ihre Zulieferern stehen vor einem großen Personalabbau. Das prognostiziert der Geschäftsführer des europäischen Verbandes der Zulieferer (CLEPA), Jean-Marc Gales. Wegen der immer stärkeren Verlagerung europäischer Auto-Produktionen in wachsende Märkte unter anderem in Asien fallen seiner Ansicht nach in den kommenden drei bis vier Jahren bis zu 85.000 Arbeitsplätze bei europäischen Herstellern und Zulieferern weg.

In Europa stünden komplette Werkschließungen bevor, sagte Gales auf dem „Internationalen Tag der Automobilzulieferer“ beim Reifenhersteller Michelin in Homburg vor 300 Gästen aus 13 Ländern. Veranstaltet wurde das Branchentreffen vom Automotive-Cluster Saarland mit dem Enterprise Europe Network der Zentrale für Produktivität und Technologie (ZPT) sowie vier weiteren Automotive Clustern in der Großregion Saar-Lor-Lux.
Alleine in China entstünden 200 neue Werke, sagte Gales.

Viele europäische Zulieferer könnten solche Engagements jedoch nicht vor Ort begleiten, da sie häufig Spezialaufträge ausführten, die nur auf einen bestimmten europäischen Standort zugeschnitten seien oder einen speziellen Autotyp. Die beste Möglichkeit, möglichst viel Personal in Europa zu halten, sieht Gales in einem deutlichen Ausbau der Forschung und Entwicklung (F+E). Im Bereich von Neuentwicklungen liege Deutschland schon weltweit an der Spitze. Zudem würden „75 Prozent aller europäischen Entwicklungsleistungen in Deutschland erbracht“, so Gales. Europaweit investierten die Zulieferer jährlich 18 Milliarden Euro in F+E. Fortschritte bei der Reduzierung von Schadstoffen, die Erhöhung der Sicherheit in Autos sowie intelligente Systeme, die auch automatisches Fahren ermöglichen, beherrschten derzeit Forschungsaktivitäten.

Klaus Bräuning, Geschäftsführer des Verbandes der Automobilwirtschaft (VDA) sieht in der Entwicklung leichterer Autos sowie der Stärkung von Elektromobilität gute Chancen für den Autostandort Deutschland. Der VDA erwarte für 2014 wieder ein leichtes Wachstum, auch geprägt durch Erholungstendenzen in Südeuropa. Allerdings bleibe es in Europa vorerst bei einer Jahresproduktion von 13 Millionen Fahrzeugen.

Paul Arken, Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) in Lothringen, plädierte in einer Podiumsdiskussion (Moderation: SZ-Chefredakteur Peter Stefan Herbst) für mehr grenzüberschreitende Zusammenarbeit in der Autobranche. Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer appellierte an Mädchen, sich mehr für technische Berufe zu interessieren. So könne man Fachkräftemangel bekämpfen. Hier kann auch ein neuer Studiengang helfen, der 2014 an der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) startet. „Automotive Production Engeneering“ richtet sich an Maschinenbauer mit Bachelor-Abschluss, die berufsbegleitend den Master erwerben wollen. Der Studiengang wird vom Land und der Wirtschaft finanziert, so Armin Gehl, Sprecher des Automotive-Clusters Saar.
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