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Verbrecherjagd: Polizisten aus Deutschland und Frankreich gemeinsam auf Streife

Gendarm Patrice Le-Govic und Kommissar Christoph Groß auf Streife beim Alt-Saarbrücker Weihnachtsmarkt. Foto: Becker&Bredel</p>

Gendarm Patrice Le-Govic und Kommissar Christoph Groß auf Streife beim Alt-Saarbrücker Weihnachtsmarkt. Foto: Becker&Bredel

Wohin das Auto samt angehängtem Wohnwagen in der Nacht zum 13. November raste, war schnell klar. Nach Frankreich. Nur nichts wie weg aus Deutschland. Die beiden Polizeistreifen aus Alt-Saarbrücken gaben nicht auf, preschten hinterher. Auch über die Grenze. In Stiring-Wendel beendeten inzwischen alarmierte französische Polizisten den Fluchtversuch.

Den Fahrer – und mutmaßlichen Wohnwagendieb – nahmen sie fest. Drei weitere Insassen des Fluchtautos entkamen. Die Polizei sucht sie noch. Auf beiden Seiten der Grenze. Diese Grenze wollen Kriminelle wie eine Barriere zwischen sich und ihre Verfolger legen und entkommen.

Um so etwas zu verhindern, waren Polizisten aus Deutschland und Frankreich am letzten Novembersonntag gemeinsam auf Streife. Einsatzorte: die beiden großen Weihnachtsmärkte in St. Johann und Alt-Saarbrücken.

In St. Johann waren deutsche Kontaktpolizisten unterwegs mit Kollegen von der Police Nationale. „Die waren sehr gefragte Ansprechpartner für Franzosen“, sagt Kontaktpolizist Helmut Berg.

Vor allem jetzt sei das wichtig, findet Harald Groß, stellvertretender Leiter der Inspektion St. Johann. „In den Wochen vor Weihnachten ist die Zahl der französischen Gäste in der Stadt ja noch höher. Dank der Kollegen aus Frankreich ist die Sprachbarriere völlig weg.“ Deswegen gibt es deutsch-französische Polizeistreifen auch am 10. Dezember. Dann ist superlanger Einkaufssamstag in der City.

Beim Alt-Saarbrücker Weihnachtsmarkt am Schloss war am Wochenende Polizeikommissar Christoph Groß von der Inspektion am Ludwigsplatz mit Patrice Le-Govic aus Forbach im Getümmel unterwegs. „Unsere gemeinsamen Kontrollen kommen bei den Marktbesuchern gut an. Und dass wir unsere Ansprechpartner in Frankreich kennen, erleichtert uns das ganze Jahr über die Arbeit“, sagt Groß, der selbst ausgezeichnet französisch spricht.

Mathias Biehl von der Inspektion Alt-Saarbrücken koordiniert diese Kontaktpflege und ist deswegen so oft wie möglich bei den französischen Kollegen in Behren und Forbach. Es geht dann zum Beispiel um das Kriminalitätslagebild in der Grenzregion und die Konsequenzen, die daraus zu ziehen sind. „Ohne ständigen Informationsaustausch und gemeinsame Einsätze geht es einfach nicht in unseren Dienststellen an der Grenze. Dafür muss man am Ball bleiben“, sagt Biehl. „Wir holen Straftäter mit gemeinsamen Einsätzen aus der Anonymität und steigern das Entdeckungsrisiko“, fügt er hinzu.

Umgekehrt gehen deutsche Polizisten über die Grenze. Dort sammeln sie an der Seite ihrer französischen Kollegen Informationen und sehen sich Leute an, die vielleicht mal im Saarland Ärger machen. Als Beispiel nennt Helmut Schliwinsky von der Polizeiinspektion Brebach eine Kontrolle vor wenigen Tagen mit der Police Nationale in Saargemünder Shisha-Bars und Cafés.

Am 10. und 11. Dezember sind Leute von der Inspektion Brebach in Saargemünd beim Weihnachtsmarkt mit Franzosen auf Streife.

Weil Polizeiarbeit an der Grenze – und über die Grenze hinweg – auf lange Sicht geplant sein muss, blickt Mathias Biehl in seinem Dienstzimmer am Ludwigsplatz schon Monate voraus. „Die Planung für die Fastnachtstage läuft bereits. Wir werden dann auf der Straße sein.“

Wie am Fetten Donnerstag 2016, als saarländische und französische gemeinsam Nachtschicht gegen Alkohol am Steuer machten. Und zwar nicht nur an festen Kontrollstellen, sondern überall in der Stadt. Das ist bei der nächsten deutsch-französischen Fastnachtsaktion genauso.

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