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Verdacht der Veruntreuung: Ermittlungen gegen Ex-Kirchenbuchhalter

Wallhalben. Der 900-Seelenort Wallhalben stand am Freitag Kopf. Gleich einem Lauffeuer ging durch die Gemeinde, was die Nachrichtensprecher des Rundfunksenders SWR4 von den Morgenstunden an verkündeten. Ein Kirchenrechner, also ein früherer Buchhalter, soll Geld veruntreut haben. In den Nachrichten ist von einem Betrag in Höhe von 60.000 Euro die Rede. Es soll sich dabei auch um Spendengelder des Dreikönigssingens handeln. Auf Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Zweibrücken wurde in den Meldungen Bezug genommen.

Dorfpfarrer: Kein Kommentar

Pfarrer Erich Schmitt von der Pfarrgemeinschaft Knopp-Labach-Reifenberg-Wallhalben zeigt sich gegenüber dem Merkur befremdet. „Ich sage dazu kein öffentliches Wort. Ich verstehe nicht, wie die Staatsanwaltschaft zur Sache öffentlich Stellung bezieht. Sollte sich ein Anfangsverdacht allerdings bewahrheiten oder gar Anklage erhoben werden, dann werde ich als Dorfpfarrer dazu Stellung nehmen. Im Augenblick kommt das jedoch einer Vorverurteilung gleich und das lehne ich grundlegend ab, weil überhaupt noch nichts bewiesen ist. Das ist wie im Fall des Bischofs Mixa. Großer Presseaufschrei und dann ist alles heiße Luft und das Verfahren wird eingestellt.“ Dass allerdings die katholische Kirchengemeinde „Allerheiligen“ selbst Anzeige bei der Staatsanwaltschaft Zweibrücken in der Sache erstattet hat, räumte Pfarrer Schmitt ein.

„Wir wollen die Sache aufgeklärt haben, mehr nicht. Dass darüber aber die Öffentlichkeit informiert wird, ist nach meinem Dafürhalten fehl am Platz.“

Staatsanwaltschaft bestätigt laufendes Verfahren

Auf Anfrage bestätigte der Leitende Oberstaatsanwalt Eberhard Bayer von der Staatsanwaltschaft Zweibrücken ein laufendes Verfahren. Es soll die Rechnungsjahrgänge von 2005 bis 2009 betreffen. Die über die Nachrichten verbreitete Summe von 60.000 Euro konnte Eberhard Bayer nicht bestätigen. „Nach dem gegenwärtigen Ermittlungsstand ist von einem Betrag zirka in Höhe von 50.000 Euro auszugehen.“ Die Staatsanwaltschaft habe die Ermittlungen wegen des Verdachtes auf Untreue aufgrund einer Anzeige der Katholischen Kirchenstiftung „Allerheiligen“ in Wallhalben aufgenommen, stellte der Leitende Oberstaatsanwalt fest. Die ermittelnden Maßnahmen hätten zum Monatsanfang begonnen. Dazu habe auch eine Hausuntersuchung gezählt. Der Beschuldigte habe sich zur Sache nicht geäußert. Seinem Anwalt, der ihn rechtlich vertrete, sei das Ermittlungsergebnis zugeleitet worden. An und für sich sei die Sache abschlussreif.

Bayer erklärte, dass die Rundfunkanstalt wohl über Drittinformationen von der Sache Kenntnis erlangte und die Staatsanwaltschaft nach dem Landesmediengesetz vom 4. Februar 2005 verpflichtet ist Auskunft zu geben.

Bayer: „Ich bin konkret von dem Sender gefragt worden. Nach dem Gesetz sind wir gehalten Auskünfte zu erteilen, wenn nicht Gründe entgegen stehen, wie sie das Gesetz aufzählt. Das war nicht der Fall. Eine Individualisierung ist gleichfalls unterblieben. Dass natürlich an den Stammtischen von Wallhalben Namen fallen, ist in einer so kleinen Gemeinde nachvollziehbar.“
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