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Verdi Saar bezichtigt Telekom der Lüge

Bonn/Saarbrücken. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi an der Saar erhebt schwere Vorwürfe gegen die Telekom. Der stellvertretende Verdi-Landesleiter Kurt Hau bezichtigt die Telekom der Lüge. Das Unternehmen sei unglaubwürdig und halte Zusagen gegenüber der Landesregierung nicht ein.

Schon 2008 sei garantiert worden, als Ersatz für die vorgesehene Schließung des Call-Centers auf dem Eschberg durchgehend bis Ende 2010 exakt 500 Mitarbeiter im Vivento Customer Services Call Center in Saarbrücken zu beschäftigen. Derzeit seien aber nur 413 Mitarbeiter dort tätig. Die Telekom selbst spricht von 450. Weiterhin werde die Telekom ihre Ausbildungsquote im Saarland von 90 im Jahr 2008 auf 45 reduzieren, so Hau. Damit werde auch die Telekom-Ausbildungssstelle in Saarbrücken gefährdet.

Ursprünglich habe die Telekom eine Aufstockung der Ausbildungsquote für 2010 zugesagt. Nach Angaben von Hau werden am heutigen Donnerstag rund 150 Auszubildende um 12.30 Uhr erst vor dem Telekom-Gebäude in der Klausner-Straße und anschließend vor dem Arbeitsamt in der Hafenstraße demonstrieren. Hau räumte gestern auf Anfrage unserer Zeitung ein, die Planzahlen zur Ausbildung seien Verdi von Betriebsräten aus der Telekom-Zentrale in Bonn zugespielt worden.

Dort reagiert man mit Empörung auf die Vorwürfe. Pressesprecher Husam Azrak, der für das Call-Center-Geschäft zuständig ist, betont: „Herr Hau bezichtigt uns der Lüge. Das ist unverschämt. Dagegen verwahren wir uns.“ Bei der Zusage von 500 Beschäftigten im Vivento Customer Services Call-Center bleibe es. An den Planungen habe sich nichts geändert. „Wir haben mit der Landesregierung Gespräche geführt und betont, dass das Saarland für uns von strategisch wichtiger Bedeutung ist. Wir haben auch gesagt, dass wir den Standort in der bisherigen Größenordung erhalten und uns nicht zurückziehen.“

Verdi versuche zudem den Eindruck eines Abbaus an Lehrstellen zu erwecken „wider besseres Wissen“, so Azrak. „Das ist nicht geplant.“ Vielmehr sei die Telekom größter Ausbilder in Deutschland, bilde trotz Wirtschaftskrise sogar über Bedarf aus. Alleine 2008 seien in Saarbrücken 90 Jugendliche in einer dualen Ausbildung qualifiziert worden, aktuell seien es 51 sowie zehn Studenten. Die Verringerung gegenüber 2008 erkläre sich nicht mit einem gesunkenen Willen der Telekom zur Ausbildung, sondern „mit dem Wegfall des Ausbildungszweigs zu Kauffrau/Kaufmann für Dialogmarketing“, die am Ausbildungszentrum Saarbrücken nicht mehr angeboten werde. Bundesweit unterhält die Telekom 33 Ausbildungszentren, in denen 11.000 junge Leute qualifiziert würden, davon 3500 neu. „Wir wollen unser Niveau von 2008 und 2009 halten“, so der Telekom-Pressesprecher.

Zusätzlich werde gemeinsam mit der Bundesagentur für Arbeit ein Programm angeboten, in dem 61 Jugendliche aus benachteiligten Verhältnissen qualifiziert werden, die regulär nicht untergekommen wären. Ihnen biete man ein Praktikum, integriert in ein Ausbildungsjahr. Je nach Erfolg würden sie dann direkt in das zweite Ausbildungsjahr übernommen oder könnten das erste Ausbildungsjahr beginnen.
Thomas Sponticcia (SZ)
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