A1 Trier Richtung Saarbrücken AS Holz Einfahrt gesperrt, Fahrbahnerneuerung am Tage, Dauer: 16.10.2017 07:36 Uhr bis 19.11.2017 07:36 Uhr, eine Umleitung ist eingerichtet (16.10.2017, 07:39)

A1

Priorität: Dringend

11°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken
11°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken

Verdi: Schwere Vorwürfe gegen Schlecker

  Saarbrücken. Die Gewerkschaft Verdi wirft der Drogeriemarktkette Schlecker vor, mit der Eröffnung neuer, so genannter Schlecker-XL-Märkte Tarifflucht zu betreiben. Der Kritikpunkt der Gewerkschaft: Immer wenn ein neuer Schlecker-XL-Markt entstehe, würden im benachbarten Umfeld Schlecker-Filialen geschlossen, und den Mitarbeitern werde betriebsbedingt gekündigt. In den neuen Märkten würden dann vorwiegend Teilzeitkräfte zu Stundenlöhnen unter sieben Euro eingestellt.

Als Beispiele nennt Stefanie Nutzenberger, stellvertretende Landesvorsitzende von Verdi im Saarland, die jüngsten Neueröffnungen von Schlecker-XL-Märkten in Schiffweiler und Perl. Dort war den Mitarbeitern der bisherigen Schlecker-Märkte wegen der Schließung betriebsbedingt gekündigt worden. Für die neuen XL-Märkte hatte Schlecker über eine Personalservice-Agentur Teilzeitkräfte zu einem Stundenlohn „eher um die acht Euro“ gesucht, wie ein Personalvermittler bestätigte.
Kündigungen in Perl
Heike Hasselberg und Ulrike Thiel, beide arbeiteten in der Filiale in Perl, hatten Ende Mai ihre Kündigung erhalten. Eine neue Beschäftigung bei Schlecker XL in den gleichen Räumen der früheren Schlecker-Filiale hätten sie nicht angeboten bekommen, sagen sie.

Der Drogerie-Konzern weist die Vorwürfe von Verdi zurück. Das Unternehmen ermutige Mitarbeiter der früheren Filialen, sich in den neuen Filialen zu bewerben, teilte Schlecker auf Anfrage mit. Der Personalbedarf der neuen Filialen werde die wegfallenden Arbeitsplätze mehr als kompensieren. Auch gebe es wegen der Stundenlöhne keine Grundlage für Vorwürfe. Diese lägen zwischen 6,78 und 13 Euro.

Dass den Mitarbeitern der Schlecker-Filialen trotz der Eröffnung neuer Schlecker-XL-Märkte betriebsbedingt gekündigt werde, begründet der Konzern damit, dass Schlecker und Schlecker XL zwei völlig unabhängige Unternehmen seien. Das allerdings sehen die Gewerkschaft und der Schlecker-Gesamtbetriebsrat anders. Schlecker XL gehöre eindeutig zum Konzern – insofern seien die Kündigungen nicht rechtmäßig, sagt Achim Neumann, Schlecker-Beauftragter bei Verdi. Anzeichen dafür, dass Schlecker und Schlecker XL beileibe nicht so unabhängig sind, wie der Konzern das darstellt, gebe es mehrere. Nicht nur, dass beide Unternehmen in der Konzernzentrale in Ehingen residierten, auch dokumentierten Einsatzpläne und Ablaufpläne von Schlecker-XL-Neueröffnungen eine enge Verflechtung der Unternehmen. „Langfristiges Ziel ist es zu zeigen, dass Schlecker XL zu Schlecker gehört und deshalb den Tarifvertrag anerkennen muss“, sagt Neumann. Diese Frage müssen nun die Gerichte klären. Der Schlecker-Gesamtbetriebsrat hat mehrere entsprechende Klagen eingereicht.
 
Auch Heike Hasselberg will ihre Kündigung nicht widerspruchslos hinnehmen. Während ihre Kollegin Ulrike Thiel sich vor Gericht auf eine Abfindung verständigte, will Hasselberg auf Wiedereinstellung klagen. Eine Abfindung lehnte sie gestern vor dem Arbeitsgericht in Saarlouis ab. Im Februar soll es zum Prozess kommen. jwo 
Hat dir dieser Artikel gefallen?
Ja Nein