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Verein in Saarlouis hilft trauernden Eltern

Saarlouis. In Saarlouis wird heute der Verein „Trauernde Eltern & Kinder Saarland“ gegründet und als Regionalgruppe Saarland in den „Bundesverband verwaiste Eltern in Deutschland“ eingegliedert. Zweck des Vereins ist es, Trauernde nach dem Tod zu unterstützen und zu begleiten. In Deutschland sterben jährlich 20 000 Kinder und junge Erwachsene.

Die Initiative zur Gründung des Vereins ging von dem Saarlouiser Logopäden Michael Schmitz aus, der vor vier Jahren die Selbsthilfegruppe Trauernde Eltern Saarlouis ins Leben rief. Schmitz: „Meine Frau und ich haben 2004 unseren fünfjährigen Sohn Daniel verloren. Danach hatte ich plötzlich eines Morgens das Gefühl, ich muss diese Gruppe gründen.“

Mehr als ein Jahr lang ließ sich Schmitz zum Trauerbegleiter ausbilden, um eine professionelle Distanz zum Leid anderer wahren zu können. „Ich musste lernen, mitzufühlen, aber nicht mitzuleiden.“

Der Tod eines Kindes führe zu einer fundamentalen seelischen Erschütterung, zu einer Persönlichkeits- und einer Familienkrise. Er zerreiße das Geflecht von Rollen, Funktionen und Beziehungsstrukturen in der Familie und im sozialen Umfeld. Die Trauer könne sogar krank machen, etwa zu Herzbeschwerden, Suchtverhalten oder Panikgefühlen führen.

Die Selbsthilfegruppe wie auch der geplante Verein „Trauernde Eltern & Kinder Saarland“ dürfe für Eltern, die Tochter oder Sohn verloren haben, kein Ersatz für eine eventuell notwendige psychologische Behandlung sein, sagt Schmitz, aber eine Ergänzung: „Therapieren kann ich nicht, aber Perspektiven aufzeigen und einen Raum für die vielen Erinnerungen, die verloren gegangenen Träume und Lebensentwürfe mit den Kindern.“ Denn Freunde und Bekannte von betroffenen Eltern wollten und könnten irgendwann von dem toten Kind nichts mehr hören.

Der neue Verein „Trauernde Eltern & Kinder Saarland“ verstehe sich nicht als Konkurrenz zu bestehenden Angeboten der Trauerbewältigung. Seine Aufgabe sei es vielmehr, diese zu vernetzen, so der Logopäde, und Lücken zu füllen, dort, wo keine Angebote bestehen.

Künftig sei neben den jeweils zweistündigen Gruppensitzungen für betroffene Eltern einmal im Monat auch geplant, Seminare für Ärzte, Krankenschwestern oder Polizisten anzubieten, um sie in der Vermittlung von Todesnachrichten zu schulen. „Selbst manche Ärzte sind völlig hilflos, wenn es um dieses Thema geht“, erklärt Schmitz.

Zudem hätten er und die anderen ehrenamtlich Engagierten des Vereins vor, eine Trauergruppe für Kinder zu organisieren, die ihren Vater, ihre Mutter oder ein Geschwisterchen verloren haben. Schmitz: „Kinder trauern anders als Erwachsene, direkter, sie kontrollieren sich nicht.“

Die offene Gruppe des Vereins trifft sich an jedem dritten Donnerstag im Monat, 19.30 Uhr, im Kaiser-Friedrich-Ring 24, in Saarlouis. Kontakt: Tel. (0 68 31) 9 66 58 18 oder michael.schmitz@physio.de

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