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Verfahren gegen Zweibrücker Ärztin eingestellt



Zweibrücken. Das Amtsgericht Zweibrücken stellt das Verfahren gegen eine Assistenzärztin des Nardini-Klinikums St. Elisabeth Zweibrücken gegen Zahlung einer Geldauflage ein. Das berichtete Amtsgerichtsdirektor Klaus Biehl gestern unserer Zeitung. Die Staatsanwaltschaft hatte im März Anklage wegen fahrlässiger Tötung erhoben, nachdem ein Herzpatient im Juli 2007 nach Behandlungsfehlern gestorben war. Die junge Ärztin muss nun 3000 Euro an „Ärzte ohne Grenzen“ zahlen. Ihr Führungszeugnis bleibt unbelastet. Zu den Gründen der Einstellung will sich Biehl nicht öffentlich äußern, solange weitere Verfahren in dem Zusammenhang – die Staatsanwaltschaft ermittelt auch gegen die damaligen Klinik-Verantwortlichen – in der Schwebe sind.

Der Leitende Oberstaatsanwalt Eberhard Bayer hat der Einstellung zugestimmt. Die lange Verfahrensdauer sei für die Frau bereits eine große Belastung gewesen: „Der Vorfall liegt ja schon fünf Jahre zurück – wenn das nicht angeklagt worden wäre, wäre das schon verjährt.“ Zum anderen sei die Ärztin „in dem Gesamtkomplex das kleinste Rädchen“ gewesen. Medizinische Gutachten im Auftrag der Staatsanwaltschaft hatten erhebliche Organisationsmängel der Klinik und die Überlastung der damals 32-jährigen Ärztin für den Tod des 41-jährigen Patienten verantwortlich gemacht, der nach einer zunächst erfolgreichen Herzinfarkt-Operation auf dem Flur der Intensivstation innerlich verblutet war, ohne dass Gegenmaßnahmen ergriffen wurden.

Der Saarbrücker Rechtsanwalt der Familie des Verstorbenen, Pierre Zimmermann, hatte Ende April zunächst beantragt, das Hauptverfahren gegen die angeklagte Ärztin zu eröffnen. Auch er hat aber nun der Verfahrenseinstellung zugestimmt. „Die Ärztin war in der Nacht allein für 124 Betten zuständig, ist keine Kardiologin und die Gutachter haben der Staatsanwaltschaft ins Stammbuch geschrieben, dass weitere Ermittlungen erforderlich wären“, sagte er. „Uns ging es von Anfang an darum, dass die für die organisatorischen Mängel Verantwortlichen belangt werden“. Das Ende der Ermittlungen gegen die Klinik-Verantwortlichen ist laut Staatsanwaltschaft noch nicht absehbar.
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