L 365, Vollsperrung für Fahrzeuge ab 7,5 Tonnen in der Ortsdurchfahrt Sitzerath, aufgrund eines liegengebliebenen Schwertransportes Für Fahrzeuge bis 7,5 Tonnen besteht keine Vollsperrung. (19.09.2017, 01:43)

Priorität: Dringend

9°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken
9°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken

Vergewaltigung: Opfer sagt im Prozess aus

Saarbrücken. Der Auftritt des Opfers im Prozess vor dem Schwurgericht in Saarbrücken war erschütternd. Die junge Frau wurde am 26. August 2012 von einem langjährigen Bekannten bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt, vergewaltigt und dann mit Klebeband gefesselt und geknebelt im Kofferraum ihres Kleinwagens eingesperrt. Sie machte ihre Aussage gestern liegend auf einer Krankentrage. Sie hat starke Schmerzen, kann sich kaum bewegen. Ob sie jemals wieder gesund wird, ist fraglich. Sie hatte gerade ein Studium in Bioverfahrenstechnik aufgenommen. An das Geschehene kann sie sich nicht mehr erinnern. Das Bewusstsein erlangte sie erst wieder im Krankenhaus. Rund 20 Stunden hat sie zuvor im Kofferraum ihres Kleinwagens verbracht.

Angeklagter wirkt unbeteiligt

Im Gerichtssaal soll ihr der Angeklagte erklären, warum er das getan hat. Der Angeklagte will dazu eine schriftlich vorbereitete Erklärung verlesen. Doch sie lehnt ab. Erst später verliest er daraufhin das Papier. Daraus geht hervor, dass er die Tat nicht erklären kann. Er entschuldigt sich für die Tat. Seine unbeteiligt wirkende Haltung wirkt auf die zahlreichen Prozessbeobachter nicht überzeugend.

Nach weiteren Zeugenaussagen erläuterte eine Ärztin, die das Opfer bis vor wenigen Tagen stationär behandelt hat, den aktuellen Gesundheitszustand der jungen Frau. Durch das Würgen seien schwere Verletzungen im Gehirn entstanden. Dies habe unter anderem zur Folge, dass die Bewegungsplanung nicht mehr gesteuert werden könne. Es sei mit dauerhaften Schäden zu rechnen. Auch ein Professor der Humangenetik gab gestern seine Untersuchungsergebnisse zu den sexuellen Vergehen bekannt. Demnach sei sicher, dass die Studentin vergewaltigt wurde.

Es kamen gestern auch Zeugen aus dem Freundeskreis des Angeklagten zu Wort. Einige von ihnen beschrieben ihn als seltsam, einer bezeichnete den Angeklagten als „typisches nordsaarländisches Großmaul“. Aber keiner der Angehörten hätte ihm die Tat zugetraut.

Nach dem jetzigen Prozessstand kann bereits im Laufe dieser Woche mit einem Urteil gerechnet werden. jht


Hat dir dieser Artikel gefallen?
Ja Nein