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Vergewaltigung und Körperverletzung: Gericht spricht Saarländer (34) frei

Saarbrücken. Nach der Anhörung von 40 Zeugen und einem Sachverständigen an 19 Verhandlungstagen ist das Saarbrücker Landgericht gestern Abend zu einer Entscheidung gekommen. Ein 34-jähriger Saarländer wurde vom Vorwurf der Vergewaltigung und der Körperverletzung freigesprochen. Der Staatsanwalt hatte auf eine Freiheitsstrafe von sechs Jahren plädiert. Zusätzlich beantragte er die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt und – unter Vorbehalt – die Unterbringung in der Sicherungsverwahrung.

20 Jahre Alkohol und Gewalt

Der Angeklagte blickt bereits auf eine 20-jährige Laufbahn als Straftäter zurück. Immer wieder drehte es sich um Alkohol und Gewalt. Er wurde früher bereits wegen Körperverletzung und Vergewaltigung verurteilt. Prof. Wolfgang Retz vom Institut für gerichtliche Psychologie und Psychiatrie in Homburg hat ihm einen Hang zu Straftaten attestiert.

Der Angeklagte soll im Frühsommer 2008 seine damalige Lebensgefährtin geschlagen, vergewaltigt und ihrer Freiheit beraubt haben. Er wurde im Mai 2009 vorläufig festgenommen und befand sich seither in Untersuchungshaft. Seit vergangenen Freitag ist er im Krankenhaus. Er soll an einer Lähmung des Unterkörpers leiden und wurde im Rollstuhl ins Gericht gebracht.

Zweifel an Opferaussage

Staatsanwalt und Gericht glaubten zwar der Frau, aber es blieben Zweifel. So machte die Frau die Anzeige bei der Polizei auf Drängen ihres Vaters. Die Beamten konnten bei ihr auch keine Blutergüsse feststellen. Und von der Vergewaltigung sprach sie erst viel später. Und zwar zu dem Zeitpunkt, als der Angeklagte ein Mitglied einer Rockergang belastete; der Vater der früheren Lebensgefährtin des Angeklagten wird eben dieser Rockerszene zugerechnet.

Der Angeklagte kämpfte mit seinen Verteidigern erbittert um seinen Freispruch. Während der Haft hat er sich in mehreren Fällen als Belastungszeuge angeboten. So belastete er auch den Angeklagten im Prozess um den Dreifachmord in Saarlouis.

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