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Verhaftung im Trierer Mordfall

Zwischen Brombeer-Ranken liegen Altreifen, Zigarettenschachteln und Wodkaflaschen. Vor dem Gebüsch stehen Menschen. Sprachlos. Mit gesenkten Köpfen und Tränen in den Augen. Sie starren auf die Grabkerzen, deren Flackern im Sonnenlicht kaum zu sehen ist, auf die Rosen und auf den schwarzen Fleck, der sich im Schotter vor ihnen abzeichnet. Welche schrecklichen Szenen haben sich an diesem Ort abgespielt?

Irgendwo hier – am Rande des von Müll gesäumten Fußwegs zwischen der Metternichstraße und der Kürenzer Straße – wurde eine 16-jährige Schülerin aus Trier-Nord am späten Freitagabend gegen 23 Uhr mit mehreren Messerstichen getötet. Am Samstag kehrte der Täter dann zurück, um die Leiche zu verbrennen. Gefunden wurden ihre Überreste am Samstagabend. Und zwar nicht dort, wo die Kerzen stehen, sondern an einem noch würdeloseren Ort: hinter einem Berg aus Müll, zwischen dem Bahndamm und einer leerstehenden, nach Urin stinkenden Halle.

„Das ist wirklich schrecklich“, sagt Marcel Frankreiter, der das Mädchen vom Sehen kannte. „Furchtbar“, sagt auch eine junge Frau, die im nahegelegenen Umsonstladen arbeitet. Sie habe Angst um ihre Kinder. Zu diesem Zeitpunkt weiß die Öffentlichkeit noch nicht, dass der mutmaßliche Täter bereits festgenommen worden ist.

Etwa eine Stunde später gibt die Staatsanwaltschaft bekannt, dass ein 24-jähriger Trierer verhaftet worden ist und die Tat gestanden hat. Ein Nachbar des Mädchens. Er war am Freitagabend ihr Begleiter. Offenbar gerieten die beiden auf dem Weg von Trier-Nord Richtung Bahnhof in Streit, woraufhin er sie mit einem Klappmesser niederstach, ihre Leiche im Gebüsch versteckte und davonlief.

Im Wohnviertel, wo die beiden Tür an Tür wohnten und jeder jeden kennt, können die Menschen all das noch nicht fassen. Nicht, dass das von allen als lieb beschriebene Mädchen tot ist. Nicht, dass der 24-jährige Metallmaler schuld sein soll. „Das war immer ein feiner Kerl. Ich hätte dem meine Tochter auch mitgegeben“, sagt ein Mann, der auf der Straße vor dem kasernenartigen Gebäude steht. Nachbarn verfolgen das Gespräch von geöffneten Fenstern aus. Eine Gedenkgruppe für das Mädchen , das sich online den Spitznamen Melodie gegeben hatte, hat innerhalb weniger Stunden 3500 Mitglieder. Trier fühlt mit der Familie. Auch der Stadtvorstand hat der Schülerin am Montag in Stille gedacht. „Wir sind tief erschüttert“, sagte Oberbürgermeister Klaus Jensen ( SPD ). Die Menschen seien schockiert.

„Ich verstehe es einfach nicht, sie war so jung und so hübsch und lieb. Sie hat niemandem was gemacht. Ich werde dich niemals vergessen und dich immer lieben“, schreibt ein trauernder Verwandter bei Facebook . Ihm und vielen anderen fällt es immer noch schwer zu glauben, was geschehen ist.

Wie sicher ist Trier ? Diese Frage drängt sich nach dem Verbrechen auf. Wenn Politiker und Polizeichefs immer im Frühjahr die Kriminalstatistik für das letzte Jahr präsentierten, fällt ein Satz immer wieder: „Unsere Bevölkerung lebt in einem sicheren Land.“ Die Verbrechen, die die größten Schlagzeilen machen, sind (versuchter) Mord und Totschlag . Im Bereich des Polizeipräsidiums Trier gab es in den vergangenen zwei Jahren jeweils zehn Fälle. Im Jahr davor gab es 19 sogenannte Straftaten gegen das Leben, 2010 waren es 31, im Jahr davor 22. Mit anderen Worten: Die Zahl der Gewaltverbrechen mit tödlichem Ausgang war in der Region Trier schon einmal deutlich höher als zuletzt. Und: Die Aufklärungsquote bei Mord und Totschlag ist hoch, sie liegt zwischen 90 und 100 Prozent.
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