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Verkaufsoffener Sonntag in Saarbrücken

In kurzen Hosen zum verkaufsoffenen Herbstsonntag – das wird auch in Saarbrücken möglich sein. SZ-Archivfoto: Sebastian Gollnow/dpa

In kurzen Hosen zum verkaufsoffenen Herbstsonntag – das wird auch in Saarbrücken möglich sein. SZ-Archivfoto: Sebastian Gollnow/dpa

In diesen frühen Herbsttagen würden die Textilgeschäfte, die den Einzelhandel in unseren Städten prägen, am liebsten die frisch georderten warmen Kleider verkaufen, aber bei zu erwartendem T-Shirt-Wetter wird die Kauflaune für diese Ware eher verhalten ausfallen. Da heißt es warten. Und statt Glühwein und Maronen werden eher Sommerdrinks und Eisbecher gefragt bleiben. „Das Wetter ist wie es ist, man macht das Beste draus“, sagt Michael Genth, Vorstandsmitglied im Verein für Handel und Gewerbe - und freut sich, dass die Bahnhofstraße, die sich ja in einer Sanierung befindet, für das bevorstehende Wochenende nahezu baustellenfrei gemacht wurde, damit die zu erwartenden Besucher ungehindert ihrer Wege in einem möglichst adretten Saarbrücken gehen können.

 

Die Händler und Gastronomen hatten es im zurückliegenden halben Jahr nicht ganz leicht. Im Frühling wirkte die Vollsperrung der Fechinger Talbrücke mit vorübergehenden Frequenz- und Umsatzverlusten wie ein kleiner Schlag. Dann galt es, einen extrem kalten und unfreundlichen Frühling und Frühsommer durchzustehen - genau genommen passen bereits seit zwei, drei Jahren das jeweilige Wetter und die eingekaufte Ware nicht recht zusammen. Gerade für die Außengastronomie war das Sommergeschäft nicht gut. Jochen Gräser, Wirt des Sankt J. am St. Johanner Markt, spricht vom „schlechtesten Frühjahr, das wir je hatten“. Ihm und seinen Kollegen könnte das Wochenende einen Ausgleich spendieren. Es gab aber auch zufriedene Händler . So verbuchte Patricia Raven in ihrem kleinen „Geschenkekauf“ dank „besonders vieler Touristen“ ein Umsatzplus. Herrenausstatter Markus Kraemer kam zugute, dass junge Männer wieder stilvoll mit Anzug heiraten. Und er konnte viele neue Kunden ausgerechnet aus Luxemburg gewinnen.

 

Max Schoenberg, der Vorsitzende des Vereins für Handel und Gewerbe, staunt selbst immer wieder, wie Kundenvorlieben, Konsumverhalten, Handelsformen und Märkte in Bewegung geraten: Die Menschen gäben Geld für Nagelstudios und Barbiere aus und verlangten veganes Essen und fair gehandelten Kaffee, trügen aber auch Kleidung, die dem hohen moralischen Anspruch nicht gerecht werde. In der Tat: Wie das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung herausfand, sind die Motive der Bio- und Fair-Befürworter sehr vielschichtig: Oft kauften sie ein „faires“ Produkt nicht aus Überzeugung, sondern aus Imagegründen. Um nun die Aufgabe des Handels in Anbetracht dieser wechselnden Bedürfnisse herauszuarbeiten, nochmal Max Schoenberg: „Es wäre falsch, das zu bejammern, wir müssen überlegen, was wir tun können, um dem gerecht zu werden. Und was wir machen, müssen wir gut machen.“
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