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Verkehr: Saarländer verstoßen selten gegen die Regeln

Saarbrücken. Im Saarland haben Autofahrer im Jahr 2009 die wenigsten Verkehrsdelikte im ganzen Bundesgebiet begangen. Das geht aus statistischen Daten des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) mit Sitz in Flensburg hervor. Die Bundesbehörde erfasste vergangenes Jahr rund 39 000 Personen, die im Saarland beim Verstoß gegen die Straßenverkehrsregeln erwischt worden sind. Das waren knapp ein Prozent von den bundesweit 4,84 Millionen gemeldeten Verstößen im Jahr 2009.

Autofahrer im Saarland legen aber kein „gesetzestreueres Fahrverhalten“ an den Tag als die Fahrer in anderen Bundesländern, wie das saarländische Verkehrsministerium auf SZ-Anfrage mitteilte. Das hänge unter anderem mit der unterschiedlichen Handhabung der Geschwindigkeitsüberwachung in den Ländern zusammen. Im Saarland kontrolliere die Polizei an Unfallschwerpunkten, nicht an jenen Stellen „wo der berechtigte Vorwurf des Abkassierens erfolgen könnte“, wie das Ministerium erklärte. Zur Zeit verfüge das Saarland auf außerörtlichen Strecken über keine feststehenden, rund-um-die-Uhr betriebenen Geschwindigkeitsmessanlagen, die so genannten Starenkästen. Laut Verkehrsministerium hielten sich über 10 000 Fahrer mit ausländischem Kennzeichen nicht an die Straßenverkehrsordnung.

Bernd Brutscher, Sachbereichsleiter für verkehrspolizeiliche Angelegenheiten der Landespolizeidirektion, sagte auf SZ-Nachfrage, er könne nicht bestätigen, dass Saarländer besonders gesittete Fahrer seien. Grund für das positive Abschneiden des Saarlands in der Statistik sei, dass hierzulande etwa die Hälfte der 52 saarländischen Gemeinden die Geschwindigkeit im Straßenverkehr kontrolliere. Er halte es für sinnvoll, punktuell an den einschlägig bekannten Unfallstellen, wo zu hohes Tempo die Verkehrsunfallursache gewesen sei, feste Geschwindigkeitskontrollen aufzustellen, um die Unfallgefahr zu entschärfen.

Die Kostenfrage der Messanlagen sei aus seiner Sicht als „zweitrangig“ einzustufen, wenn dadurch in Zukunft schwere Verkehrsunfälle verhindert werden könnten.

Doch aus Sicht des Verkehrssicherheitsbeauftragten der saarländischen Landesregierung, Josef Merten, sprechen gegen die Starenkästen ihre horrenden Kosten, ihre Anfälligkeit für Vandalismus und ihre räumlich eingeschränkte Wirkung auf Autofahrer. Zwischen 150 000 und 300 000 Euro koste ein solches Kontrollmessgerät, so Merten.

Zur Frage, ob Saarländer als besonders gesetzestreue Autofahrer gelten, sagte Merten: „In den übrigen Bundesländern gibt es nicht mehr Raser und Rowdys als im Saarland“. Der Chef des saarländischen Fahrlehrer-Verbands, Heinz Patzke, gab keine Stellungnahme ab.
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