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Verkehrsexperten kritisieren die Saarbrücker, weil sie so viel mit dem Auto fahren

Was die Experten den Saarbrückern am Dienstagabend ins Stammbuch schrieben, war nicht gerade positiv. Der Fakt, dass private Kraftfahrzeuge über 50 Prozent am hiesigen Verkehrsaufkommen ausmachten, sei leider „kein Ruhmesblatt“, sagte etwa der Bonner Verkehrs-Experte Michael Adler. Er meinte damit den Anteil der mit dem Auto zurückgelegten Fahrten am gesamten Saarbrücker Verkehr. Denn bundesweit gehe der Trend zum Fahrradfahren, auch mit Pedelecs, zum Car-Sharing, Zufußgehen und Busfahren, das Ganze oft im Wechsel.

„Im Saarland ist davon noch nicht viel angekommen“ meinte auch Hartmut Topp, Professor für Verkehrsplanung der Technischen Uni Kaiserslautern. Saarbrücker nutzen in der Stadt viel häufiger das Auto als Menschen in anderen Städten. Doch das soll sich ändern: Mit dem neuen Verkehrsentwicklungsplan der Landeshauptstadt, zu dessen Vorbereitung Experten und Bürger am Dienstag beim Fachforum öffentlicher Verkehr in den Räumen der Saarbahn diskutierten. Öffentliche Verkehrsbetriebe könnten bei der „Kombination der Verkehrsmittel eine starke Rolle spielen, sagte Topp. Die Mainzer Verkehrsgesellschaft (MGV) macht es vor. Sie richtete 2012 ein Mietrad-System ein. Als Preisträger eines Wettbewerbs des Bundesverkehrsministeriums erhielt sie dafür einen Zuschuss von 1,5 Millionen Euro. Von 10 000 Fahrten im ersten Jahr stieg die Nutzung der Mieträder kontinuierlich auf in zwischen 500 000. Noch 150 Fahrten pro Jahr mehr, dann schreibe man schwarze Zahlen, erklärte Uwe Hiltmann vom Verband deutscher Verkehrsunternehmen in Mainz. Auch Saarbrücken war bei dem Bundeswettbewerb prämiert worden, hatte das Mietradsystem aus Kostengründen aber nicht verwirklicht. Man müsse bei den Kosten vielleicht ganzheitlicher denken statt wie bisher in Sektoren, schlug Baudezernentin Rena Wandel-Hoefer vor. Denn wenn es gelänge, den Autoverkehr zu reduzieren, spare man dafür ja beim Straßenbau. Angesichts der hohen Einpendlerquote lasse sich das Saarbrücker Verkehrsproblem nur lösen, wenn man über die Stadt hinaus auch einen Verkehrsentwicklungsplan für das ganze Saarland mache und am besten noch Lothringen einbeziehe, erklärte Topp.

Auch bei Saarbahn und Bus ließe sich noch manches verbessern, wie die anschließende Diskussion zeigte. Zu teuer, keine familienfreundlichen Angebote – so lautete die Kritik der Bürger im Publikum. Wenn der ÖPNV nicht kompliziert, sondern einfach wäre, sagte Adler, würde er auch genutzt.
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