L 365, Vollsperrung für Fahrzeuge ab 7,5 Tonnen in der Ortsdurchfahrt Sitzerath, aufgrund eines liegengebliebenen Schwertransportes Für Fahrzeuge bis 7,5 Tonnen besteht keine Vollsperrung. (19.09.2017, 01:43)

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Verkehrslärm adé: "Flüsterasphalt“ für Saarbrücker Straßen

Einn Mann misst den Verkehrslärm auf dem Flüsterasphalt. Der Asphalt schluckt rund 80 Prozent des Straßenlärms. Beim Fahren auf herkömmlichem Asphalt wird Luft zwischen Reifen und Fahrbahn zusammengedrückt. Sie entweicht dann - und verursacht Lärm. Anders beim Flüsterasphalt, hier versickert die Luft in zahlreichen Poren und kleine Hohlräume der Fahrbahn.

Einn Mann misst den Verkehrslärm auf dem Flüsterasphalt. Der Asphalt schluckt rund 80 Prozent des Straßenlärms. Beim Fahren auf herkömmlichem Asphalt wird Luft zwischen Reifen und Fahrbahn zusammengedrückt. Sie entweicht dann - und verursacht Lärm. Anders beim Flüsterasphalt, hier versickert die Luft in zahlreichen Poren und kleine Hohlräume der Fahrbahn.

Saarbrücken. Drei Straßen des Stadtgebietes sollen innerhalb der nächsten zwei Jahre mit lärmmindernden Straßenbelag saniert werden. Wie das Amt für Straßenbau und Verkehrsinfrastruktur auf SZ-Anfrage mitteilte, wird der neue Straßenbelag in der Metzer Straße von der Schutzbergstraße bis zur Bellevue, in der Dudweiler Straße und auf der Saarbrücker Straße in Brebach aufgebracht. Nach Angaben des Straßenbauamtes liegen die Mehrkosten gegenüber des gewöhnlichen Straßenbelags bei etwa 20 Prozent. Die lärmoptimierte Asphaltdeckschicht (LOA) soll zunächst bei Sanierungen verwendet werden.

Weniger Abrollgeräusche

Michael Gindorf, stellvertretender Geschäftsführer des ADAC Saarland, begrüßt die Maßnahmen: „Grundsätzlich ist das sehr empfehlenswert, ständiger Verkehrslärm ist ein Gesellschaftsproblem“. Und kann auf Dauer Krankheiten auslösen, wie Dr. Bert Notbohm, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Arbeitsmedizin und Sozialmedizin in Düsseldorf bestätigt. Die dauerhafte Lärmbelästigung könne laut Notbohm bei den Anwohnern nicht nur Schlafstörungen auslösen, sondern durch steigenden Blutdruck auch Herz-Kreislauf-Probleme hervorrufen: „Verkehrslärm ist ein Aspekt, der zu steigenden Herzinfarkt-Statistiken beiträgt“, erklärt Notbohm. Die lärmoptimierte Asphaltdeckschicht wird seit 2008 auf zwei Straßen in Düsseldorf getestet und hat dort den Verkehrslärm um vier Dezibel verringert. Laut Notbohm mache sich das in der Wahrnehmung deutlich bemerkbar. „Wir hoffen, dieses Ergebnis auch in Saarbrücken zu erreichen“, erklärt Werner Gaspard, Leiter des Saarbrücker Straßenbauamtes, auf SZ-Anfrage. Der Asphalt verringert Abrollgeräusche, die durch das Zusammenpressen von Luft zwischen Autoreifen und Belag entstehen. Eine feine Körnung von maximal fünf Millimetern und Hohlraum im Inneren lassen die Luft zur Seite entweichen und so weniger Abrollgeräusche entstehen.

Am Samstag sollen die Arbeiten in der Dudweiler Straße beginnen

Ob der lärmmindernde Effekt auf den vielbefahrenen Straßen in Saarbrücken erhalten bleibt, wird sich noch zeigen. Aber Werner Gaspard vom Straßenbauamt ist angesichts der Erfahrungen aus Nordrhein-Westfalen optimistisch: „Die dortige Tendenz lässt auf eine hohe Lebensdauer hoffen.“ Entwickelt wurde der LOA am Lehrstuhl für Verkehrswegebau an der Universität Bochum – als Alternative zu dem lärmmindernden Autobahnbelag OPA, der sich schnell mit Wasser und Schmutz zusetzt. Gaspard gehe davon aus, dass die rauere Oberfläche des lärmmindernden Stadtstraßen-Asphalts über einen Selbstreinigungseffekt verfügt und so der lärmreduzierende Effekt länger erhalten bleibt. Ab Samstag, den 29. Mai, sollen die Sanierungs-Arbeiten in der Dudweiler Straße beginnen, wo der LOA von der Schubertstraße bis zum Beethovenplatz aufgebracht wird. Die Mehrkosten dieser insgesamt 380 Meter langen Asphaltdecke liegen laut Straßenbauamt bei etwa 60.000 Euro. Die Teststrecke für die erstmalige Verbauung des neuen Bodenbelages war der Neuhauser Weg in Dudweiler. Bei entsprechend positiven Erfahrungen solle der lärmreduzierende Asphalt laut Gaspard auch bei anderen Straßen mit zu hohen Lärmpegeln eingesetzt werden.
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