L 365, Vollsperrung für Fahrzeuge ab 7,5 Tonnen in der Ortsdurchfahrt Sitzerath, aufgrund eines liegengebliebenen Schwertransportes Für Fahrzeuge bis 7,5 Tonnen besteht keine Vollsperrung. (01:43)

Priorität: Dringend

14°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken
14°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken

Verklemmte Steuerstäbe in Cattenom: Sicherheitsbehörde will Aufklärung

Cattenom/Saarbrücken. Im Kernkraftwerk Cattenom ist zum dritten Mal ein Phänomen aufgetaucht, das in dieser Form noch in keinem anderen Atomreaktor beobachtet worden war: Steuerstäbe haben sich verklemmt und waren nicht mehr manövrierbar. Darauf hat die Nuklearbehörde ASN in einem Schreiben über nukleare Zwischenfälle an die EDF sowie auf ihrer Website hingewiesen. Da das Phänomen zweimal an abgeschalteten Reaktoren und zuletzt bei Wiederinbetriebnahme von Block II auffiel, bestand aber weder ein Problem für die Sicherheit der Reaktoren noch für die Umwelt.

Im ASN-Schreiben vom 22. Januar heißt es zu der Problematik, man habe am 11. November 2012 nach dem Beladen von Block II mit neuen Brennelementen eine „Fehlfunktion an einem Steuerstab während der Versuche zur Wiederinbetriebnahme“ entdeckt. Und: „Der Steuerstab war nicht mehr manövrierfähig; er war in einer Position außerhalb des Reaktorkerns blockiert.“ Um notwendige Untersuchungen anzustellen, sei der Meiler „sofort zum Stillstand gebracht“ worden.

Zur Erläuterung schreibt die ASN, dass die Steuerstäbe (65 an der Zahl) und im Wasser des Primärkreislaufes gelöstes Bor die beiden Mittel seien, um die Kettenreaktion im Reaktorkern zu kontrollieren. „Die Steuerstäbe“, so die Sicherheitsbehörde weiter, „enthalten ein Material, das die Neutronen absorbiert; sie erlauben es durch ihr Eintauchen in den Kern oder ihr Herausziehen, die Leistung des Reaktors zu kontrollieren oder eine Schnellabschaltung zu bewerkstelligen.“ In dem aktuellen Fall habe man festgestellt, dass sich eine Schraube am Schaft des Steuerstabs gelöst und so den Ausfall der Manövrierfähigkeit verursacht hatte. Nun wird untersucht, wieso sich am Schaft der Steuerstäbe während des Betriebs der Reaktoren Schrauben lösen konnten.

Gegenüber der Saarbrücker Zeitung hatte der frühere Direktor von Cattenom, Stéphane Dupré-la-Tour, bereits im März 2010 auf verklemmte Steuerstäbe in den Reaktoren von Cattenom hingewiesen. Damals war der Block IV betroffen, in dessen Kern zwei dieser wichtigen Instrumente nach dem Abschalten einfach stecken geblieben waren. Dupré-la-Tour damals: „Die Steuerstäbe haben sich ausgedehnt und sind nicht mehr herausgegangen.“ Durch mehrfaches Bewegen der mechanischen Teile habe man jedoch die Stäbe wieder lösen können. Bereits 2009 sei ebenfalls ein Steuerungsinstrument ausgefallen. Damals sagte der Cattenom-Chef auf die Frage, ob so was schon in anderen Kraftwerken passiert sei: „Nein, das ist in Cattenom erstmals aufgetreten.“ Um dem in Zukunft vorzubeugen, wolle man die Stäbe nach 80?000 Betriebsstunden auswechseln; bis dahin blieben sie 100 000 Stunden im Reaktor.

Hat dir dieser Artikel gefallen?
Ja Nein