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Verlässt Christoph Barthel die HG Saarlouis?

Saarlouis. Beim Handball-Regionalligisten HG Saarlouis sorgt eine Pressemitteilung im Internet für Riesenärger. Der Süd-Zweitligist TuSpo Obernburg gab am späten Sonntagabend auf seiner Vereinsseite (www.tuspo-handball.de) einen Trainerwechsel zur kommenden Saison bekannt. Demnach wird Christoph Barthel, aktuell Trainer der HG Saarlouis mit einem laufenden Vertrag bis 30. Juni 2010, ab 1. Juli 2009 den Zweitligisten betreuen und damit Nachfolger von Thorsten Schmid. Der Vorsitzende des Obernburger Fördervereins, Kurt Schüßler, wird in der Mitteilung so zitiert: „Wir setzen auf Christoph Barthel, weil wir sicher sind, dass er die TuSpo-Philosophie, junge Nachwuchsspieler zu integrieren, fortsetzen wird.“

Barthel, der seit Saisonbeginn für die HG Saarlouis arbeitet, war für eine Stellungnahme gestern nicht erreichbar. Die Vertreter der HG zeigten sich von der Entwicklung allesamt überrascht. Vorstandsmitglied Harald Amann erklärte auf Anfrage, dass Barthel den Vorstand in der vergangenen Woche vom Interesse des TuSpo Obernburg unterrichtet habe und offenbar „ohne unser Wissen einen Vertrag in Obernburg unterschrieben hat“. Präsident Arnulf Willkomm sagte der SZ gestern, es habe in den vergangenen Tagen zwar Hinweise gegeben, die Nachricht aus Obernburg komme aber völlig überraschend und treffe den Verein unvorbereitet. „Das war ein Alleingang des Trainers“, sagte Willkomm. Auch Teammanager Richard Jungmann, der dem Vorstand der HG Saarlouis nicht angehört, sprach von einer „unangenehmen Situation“ und verwies auf die aktuelle sportliche Situation des Regionalligisten. Die mit Meisterschafts-Ambitionen in die Runde gestartete HG kann nach der Niederlage des Tabellenführers HSG Gensungen/Felsberg in Kassel (23:32) erstmals seit November wieder aus eigener Kraft Meister werden und den Aufstieg in die 2. Bundesliga schaffen. Wie es nun weitergeht, dazu wollte sich Jungmann ebenso wie die Vorstandsmitglieder der HG Saarlouis zunächst nicht äußern. Sie verwiesen auf eine Krisensitzung am Abend, deren Ergebnis bei Redaktionsschluss nicht bekannt war. Über die Beweggründe von Christoph Barthel kann vorerst nur spekuliert werden.

Der 33-jährige Rheinländer, dessen Verpflichtung Anfang April 2008 bekannt gegeben wurde, hatte sein Amt mit der klaren Perspektive 2. Bundesliga angetreten. Nach einem guten Saisonstart mit sieben Siegen in Folge patzte die HG Saarlouis im November vergangenen Jahres drei Mal in Folge (37:37 gegen Bad Blankenburg, 32:34 im Spitzenspiel gegen Gensungen/Felsberg, 32:32 im Derby gegen die HF Untere Saar). Nach weiteren Niederlagen im Dezember in Nieder-Olm (31:40) und Anfang Februar in Hochdorf (27:29) war die Tabellenführung außer Reichweite, erst nach zwei Niederlagen und zwei Unentschieden der HSG Gensungen/Felsberg seit Ende Januar ist die HG Saarlouis wieder im Geschäft. Ungeachtet dessen hat es im Verein in den vergangenen Wochen kontroverse Aussagen über die Kaderplanung gegeben. Bereits im November hatte Präsident Willkomm Fehler bei der Zusammenstellung des Teams mit nur zehn Feldspielern eingeräumt und Neuzugänge („mindestens einer“) vor dem Ende der Wechselfrist Mitte Februar in Aussicht gestellt. Dieses Versprechen konnte er nicht einhalten.
 
Am 14. Februar sagte er: „Die Gehaltsvorstellungen der Spieler, mit denen wir verhandelt haben, konnten wir nicht erfüllen.“ Mit Blick auf die kommende Saison ist die Perspektive der HG Saarlouis schwierig einzuschätzen. Der Etat von etwa 300 000 Euro wird nach SZ-Informationen sinken. Ob die auslaufenden Verträge der Profis Peter Vozar und Tomas Bednarik verlängert werden, hat sich der Verein bis Ende März offen gehalten. Willkomm und Jungmann sprachen beide von einem „hohen Kostenfaktor“.
Kai Klankert 
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