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Vermeintliche Millionen-Erbschaft: Saarwellinger warnt vor Betrug

40 Prozent von 37 Millionen US-Dollar als Erbschaft von einem Unbekannten? Klingt verlockend, aber doch so unwahrscheinlich, dass der Saarwellinger Heinrich Reinhart auf dieses Versprechen nicht hereingefallen ist. „Zum Glück“, sagt Désirée Fuchs, Juristin bei der Verbraucherzentrale des Saarlandes. „Denn dahinter stehen Betrüger“, sagt sie.

Viele Beschwerden bekannt Das hatte der Bio-Landwirt Heinrich Reinhart vermutet und den entsprechenden Brief, der ihm das viele Geld verhieß, an die SZ gefaxt. Désirée Fuchs sind Beschwerden über Schreiben, wie es Reinhart jetzt erhielt, zuhauf bekannt.

In schlechtem Deutsch stellt sich darin ein Anwalt vor, bei Reinhart ist es ein Ibrahim Alsuwaidan aus Abu Dhabi. Er schreibt: „Ich kontaktiere Sie in der Angelegenheit eines verstorbenen Mandanten, der im Januar 2011 in Vereinigte Arabische Emirate verstorben ist; er war ein berühmter Mandant von mir, der zufälligerweise mit Ihnen den Nachnamen gemeinsam hat.“ Da er kein Familienmitglied fände, biete er Reinhart an, den Nachlass des Mannes, Fonds im Wert von jenen 37 Millionen US-Dollar, aufzuteilen: 40 Prozent für Reinhart, 40 für den Anwalt und 20 „für eine gemeinnützige Organisation in Naher Osten oder in deinem Land“, schreibt der Trickbetrüger. Appell an Mildtätigkeit Fuchs: „Spätestens bei einem solchen Satz sollte man aufmerksam werden. Mit dem Angebot einer Spende wollen die Betrüger die Mildtätigkeit anderer ansprechen. Dann sind die Leute offenbar eher bereit, sich auf etwas einzulassen.“

Und zwar auf die entscheidende Falle: „Sofort nachdem du mich mit deinen Kontakt-Details kontaktieren würdest, wäre ich in der Lage sein, dich über mehr von meinen Details und die nächsten Schritte zu informieren.“ Wer seine Daten weitergebe, erklärt Fuchs, gebe sie jemanden in die Hand, der diese erstens ausspähe und verkaufe und zweitens sein Opfer um eine Vorleistung in Form einer Überweisung bitte. Er gebe vor, das Geld sei nötig, um Transaktionen in die Wege zu leiten und/oder einen Verwaltungsaufwand zu begleichen.

Aber was mit einem solchen Brief oder einer Mail tun? „Einfach in die Mülltonne kloppen“, rät Désirée Fuchs. Aber vorher Anzeige bei der Polizei erstatten. „Meistens verläuft diese im Sande, aber es ergeben sich auch Spuren, die die Polizei verfolgen kann.“ Briefe tauchen in Wellen auf Laut Fuchs tauchen diese Betrüger- Briefe immer in Wellen auf, mal viele, mal keine. Der Text und der darin genannte Anwalt könnten variieren, aber die Masche und das Ziel seien immer dieselben: Daten ausspähen und abkassieren. „Genau deshalb wollte ich über die Zeitung vor diesem Schreiben warnen“, erklärt Reinhart seine Motivation, den Brief an die SZ weiterzugeben. „Mir kam der Brief komisch und dubios vor. Aber es gibt bestimmt Leute, vor allem Ältere, die könnten auf einen solchen Trickbetrüger hereinfallen.“

Bei ihm müssten sie sich dann aber wohl Besseres einfallen lassen – und zuerst mal seinen Vornamen richtig schreiben: Aus Heinrich Reinhart machte Anwalt Alsuwaidan einen „Heirich“ Reinhart…  Die Verbraucherzentrale in Dillingen ist montags und donnerstags von 15 bis 18 Uhr sowie mittwochs von 9 bis 12 Uhr geöffnet, außerdem nach vorheriger Vereinbarung. Eine Anmeldung ist möglich unter der Telefonnummer (0 68 31) 97 65 65.

www. vz-saar.de

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