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Vermieter tötet Frau und Lebensgefährten

Völklingen-Geislautern. Als die Einsatzkräfte am Freitagabend gegen 21.30 Uhr im Völklinger Ortsteil Geislautern anrückten, hatte das Drama längst seinen Lauf genommen. Und was die Beamten sahen, wirkte bizarr: Ein 81-jähriger Rentner hatte seine 49- jährige Mieterin und ihren Lebensgefährten mit Schüssen aus einer Schrotflinte getötet. Anschließend soll er direkt damit begonnen haben, das Blut aufzuwischen und den Tatort zu säubern, berichten Passanten, die am Abend vor dem Haus die Einsatzkräfte beobachtet und Gespräche mitgehört haben. Die Tat hat zwei Menschen das Leben gekostet und zwei Kinder im Alter von neun und zehn Jahren zu Halbwaisen gemacht. Ihr Vater soll im Ausland leben. Er wird nun gesucht.

Polizeisprecher Georg Himbert schildert den Sachverhalt so: „Gegen 21.30 Uhr ging über Notruf von einer Zeugin die Mitteilung ein, dass sie soeben aus einem Nachbaranwesen Schüsse gehört habe. Des Weiteren hätten sich zwei Kinder aus dem betreffenden Haus zu ihr begeben und um Hilfe gebeten. Beamte der Polizeiinspektion Völklingen begaben sich zu der Adresse, wo sie den 81 Jahre alten Hausbesitzer antrafen. Bei einer ersten Polizei- Befragung gab dieser Mann unumwunden an, dass er die Mieterin der Erdgeschosswohnung und deren Lebensgefährten erschossen habe. Der Mann ließ sich widerstandslos festnehmen. In der Wohnung der 49-jährigen Mieterin fanden die Beamten sowohl deren als auch die Leiche ihres Lebensgefährten.



In der Wohnung des mutmaßlichen Täters (erste Etage) wurde ein Schrotgewehr aufgefunden, das als Tatwaffe in Frage kommt.“ Die Polizei führte den Täter am Abend ab. Er machte keinen Hehl daraus, dass er zwei Menschen erschossen hatte, und gab alles zu. Die beiden Kinder der toten Frau, die zur Tatzeit in der Wohnung waren und das grausige Geschehen miterlebt haben, blieben am Abend bei der Nachbarin und wurden dort psychologisch betreut. Notfallseelsorger waren im Einsatz. Erst spät in der Nacht verließen die Kinder das Haus, vor dem zu diesem Zeitpunkt schon zahlreiche Journalisten warteten. Fotografen und Fernsehteams hatten Wind von der Tat bekommen und filmten das Geschehen, bis weit nach Mitternacht die dunklen Särge der Opfer aus dem Haus getragen wurden und Experten der Spurensicherung alle Arbeiten abgeschlossen hatten. Während dies gefilmt wurde, blieben die Kameras aus, als die beiden Kinder herauskamen. Die Ursache der Tat sollen Streitigkeiten um eine Wasserrechnung gewesen sein. Der mutmaßliche Täter und die Vermieterin stritten um Nebenkosten.

Am Abend soll der Lebensgefährte versucht haben, dieses Thema noch mal anzusprechen. Der Streit eskalierte. Schließlich soll der Vermieter zur Schrotflinte gegriffen und abgedrückt haben. Details zum Tathergang gab die Polizei nicht bekannt. Nach dem mutmaßlichen Täter muss nicht mehr gesucht werden. Wohl aber nach dem Auslöser für diesen Gewaltakt. Am Samstag wurde der Rentner dem Haftrichter in Saarbrücken vorgeführt. Was er dort sagte, blieb vertraulich. Mit Anwalt betrat der Rentner zur Mittagszeit das Amtsgericht, wo er offiziell seinen Haftbefehl vorgelesen bekam. Polizisten brachten ihn anschließend in die Justizvollzugsanstalt. Das Wohnhaus in Geislautern, in dem die Bluttat geschah, wurde versiegelt. Die Kinder sind in der Obhut des Jugendamtes.


Nachbarn: Mutmaßlicher Täter war ein schwieriger Vermieter

Geislautern. Die Schüsse, mit denen der 81-jährige Rentner seine Mieterin und deren Partner tötete, schreckten die Nachbarschaft auf. Es waren Anwohner, die die Polizei alarmierten. Nach dem Eintreffen der Polizisten beobachteten sie, wie sich der Rentner widerstandslos abführen ließ. Der Hausbesitzer soll ein schwieriger Vermieter gewesen sein, heißt es in Geislautern. Lange hätten die Opfer nicht in dem Haus gelebt. Die am Freitagabend ums Leben gekommene Mieterin sei nach Angaben von Nachbarn erst vor etwa anderthalb Jahren eingezogen. „Dass es so weit kommen würde, daran hat keiner geglaubt“, so ein Geislauterer aus der näheren Umgebung des Tatortes, der seinen Namen wie viele andere in diesem Zusammenhang nicht nennen wollte. al


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