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Vermisste Jana (15) stellt sich Polizei - Haftbefehl gegen Ex-Freund der Mutter (42)

Wende im Fall der seit dem 24. März vermissten Jana aus dem Heusweiler Ortsteil Wahlschied. Die 15-jährige Schülerin meldete sich gestern um die Mittagszeit bei der Polizei in Illingen. Zu dieser Zeit saß ihr am Vorabend festgenommener Begleiter, der 42 Jahre alte Otto L., bereits vor einem Haftrichter. Gegen ihn wurde Untersuchungshaft angeordnet. Der Vorwurf: Entziehung einer Minderjährigen. Paragraf 263 des Strafgesetzbuches sieht eine Geldstrafe oder bis zu fünf Jahren Haft vor.

Jana P. war, so die Ermittler, gestern Nachmittag nicht vernehmungsfähig. Sie sollte vorläufig in die Obhut des Jugendamtes gegeben werden, sagte Polizeisprecher Stephan Laßotta.

Die Schülerin war mit dem Ex-Lebensgefährten ihrer Mutter, dem aus Bayern stammenden Otto L., durchgebrannt. Aus dem Bekanntenkreis der Familie erhielten die Ermittler, die mit einer Öffentlichkeitsfahndung nach dem jungen Mädchen gefahndet hatten, am Montagabend den Tipp, dass sich das ungleiche Paar in einer Pension im Schiffweiler Ortsteil Heiligenwald aufhalte. Kurz vor Mitternacht wurde Otto L. dort festgenommen. Gegen den Mann, der ohne festen Wohnsitz ist, lag zwischenzeitlich ein Haftbefehl vor. Jana war zu diesem Zeitpunkt nicht in der Pension. Der anwaltlich vertretende Ex-Lebensgefährte der Mutter machte in seinen ersten kriminalpolizeilichen Vernehmungen keine Angaben zu dem Aufenthaltsort der Minderjährigen.

Mehr als einen Monat galt die 15-Jährige, die eine Schule in Illingen besuchte, als vermisst. Sie hatte zuletzt bei ihrem Vater in Wahlschied gewohnt. Der hatte angeblich vor Wochen auch die Ermittler eingeschaltet, weil seine Tochter, die früher bei der Mutter untergebracht war, ein sexuelles Verhältnis mit deren ehemaligen Lebensgefährten gehabt haben soll. Die Polizei wollte darüber mit dem Mädchen sprechen, hatte es vorgeladen. Im Vorfeld dieses Termines ist sie dann aber über Nacht verschwunden. In der später ausgelösten öffentlichen Fahndung war auch darauf hingewiesen worden, dass die Schülerin vermutlich in Begleitung des 42-Jährigen ist. Der Mann war zu diesem Zeitpunkt im polizeilichen Fahndungssystem bereits wegen eines Diebstahldeliktes ausgeschrieben. Wie die SZ aus Ermittlerkreisen erfuhr, hatte sich Jana in den letzten Tagen auch bei ihrer Mutter telefonisch gemeldet. Ihre Botschaft: „Mir geht es gut. Ich wurde nicht entführt.“ Ihr Reisebegleiter soll derweil telefonisch mit dem Jugendamt Kontakt aufgenommen haben und auf die Einstellung der Fahndung gedrängt haben.
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