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Versicherungs-Betrug: Anwalt aus dem Saarland verurteilt

Fingierte Unfälle: Wegen banden- und gewerbsmäßigen Versicherungs-Betrugs in acht Fällen hat gestern das Landgericht einen Rechtsanwalt (48) aus dem Nord-Saarland zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren verurteilt.

Fingierte Unfälle: Wegen banden- und gewerbsmäßigen Versicherungs-Betrugs in acht Fällen hat gestern das Landgericht einen Rechtsanwalt (48) aus dem Nord-Saarland zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren verurteilt.

Saarbrücken. Zu zwei Jahren Freiheitsstrafe auf Bewährung ist gestern ein 48-jähriger Anwalt verurteilt worden. Ihm wird Versicherungs-Betrug in acht Fällen zur Last gelegt. Das Urteil entspricht der Forderung des Staatsanwalts. Der Verteidiger hatte vier Monate weniger beantragt. 2009 wurde bereits ein anderer saarländischer Anwalt als Mitglied dieser Betrügerbande verurteilt. Er muss vier Jahre hinter Gitter.

Kein Berufsverbot

Das gestrige Urteil fiel vergleichsweise milde aus, weil der 48-jährige Angeklagte geständig war und an weit weniger Straftaten beteiligt gewesen sein soll. Für das Verfahren war zunächst eine Prozessdauer bis in den November hinein vorgesehen. Aber so war das Urteil nach zwei Tagen gesprochen. Das Gericht hat auch davon abgesehen, ein Berufsverbot für den Rechtsanwalt auszusprechen. Er kam dem in gewisser Weise zuvor. Gegenüber der Rechtsanwaltskammer des Saarlandes hat er sich verpflichtet, in den nächsten 18 Monaten keine Mandate für Verkehrssachen anzunehmen. Diese stellen immerhin einen beträchtlichen Anteil an den Einnahmen einer ländlichen Kanzlei dar.

Vielköpfige Betrügerbande

Der Angeklagte ist in die Geschäfte einer vielköpfigen Betrügerbande hineingeschlittert. Die ersten Mandate, die er erhielt, erschienen keinesfalls ungewöhnlich: ein Unfall mit Sachschaden, ein Schadensgutachten und eine Reparaturrechnung liegen vor, aber die Versicherung ziert sich. Aber die Aufträge häuften sich, er wusste zwar um den Betrug, machte aber weiter und passte seine Aktenführung an die betrügerischen Auftraggeber an.

An den Betrügereien mit vorgetäuschten Unfällen haben viele verdient, und einige warten noch auf ihren Prozess: Strohmänner als Kraftfahrzeughalter und Unfallverursacher, mehrere Gutachter, Werkstätten und die beteiligten Anwälte. Letztere bekamen Geld von der Organisation und ihr Honorar von der Versicherung. Oft wurden die Beschädigungen an den Autos erst auf dem Gelände einer Werkstatt zum Unfallbericht passend angebracht. Beliebt waren Schrammschäden über die gesamte Fahrzeuglänge. Hier kann man hohe Reparaturkosten gutachterlich feststellen und die Autos mit geringem Aufwand wieder herrichten. jht

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