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Versicherungs-Betrug: Knast für Gutachter (47)

Saarbrücken. Wegen versuchten und vollendeten Betruges in 31 Fällen hat das Landgericht einen KFZ-Gutachter aus dem Saarland zu dreieinhalb Jahren Gefängnis ohne Bewährung verurteilt. Nach Feststellung der Richter war der 47 Jahre alte Mann Teil einer Bande von Versicherungsbetrügern, die mit manipulierten Autounfällen abkassierte. Der Angeklagte habe zu den Unfällen die passenden KFZ-Gutachten geliefert.



„Unfallort“ wurde ins Ausland verlegt

Das System der arbeitsteilig arbeitenden Bande soll so funktioniert haben: Zunächst hätten Autohändler in der Region alte, oft unfallbeschädigte Wagen gekauft und bar bezahlt. Die seien dann teilweise oberflächlich wieder instant gesetzt worden. Dann habe man Leute gesucht, die das Auto zum Schein auf sich zulassen und später gegenüber der Versicherung den Unfall abrechnen. Der „Unfallort“ wurde ins Ausland verlegt, alle Daten wurden in einen „Unfallbogen“ eingetragen. Auf dem Platz eines Schrotthändlers wurden die Unfälle dann passend zu den Schäden umgesetzt.

Ein Gutacher bescheinigte alles und schon konnte gegenüber der Versicherung abgerechnet werden. Meist ging es dabei um Streifschäden an der Seite der Fahrzeuge in einer Größenordnung von 10 000 Euro. Der Gutachter soll dabei pro Gutachten laut Anklageschrift rund 400 Euro bekommen haben. Dazu der Vorsitzende Richter in der Urteilsbegründung: Alle Gutachten in den 31 Fällen seien falsch. Manche mehr, manche weniger offensichtlich. Ohne die falschen Gutachten hätte das System nicht funktioniert. Der Angeklagte habe deshalb einen wesentlichen Beitrag zu den Taten geliefert.

Er habe mit hoher krimineller Energie gewerbsmäßig und bandenmäßig seine Stellung sowie sein Ansehen als Gutachter zu einer Vielzahl von Straftaten genutzt. Deshalb sei die vom Staatsanwalt geforderte Strafe von dreieinhalb Jahren Haft angemessen.

Ein Freispruch, wie vom Verteidiger gefordert, sei nicht möglich. Der Angeklagte sei wissender Mittäter der Bande gewesen. Kein ahnungsloser Helfer, der in guten Glauben Gutachten erstellte. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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