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Versorgungsmangel? Saarländische Hausärzte werden immer älter

Saarbrücken. Etwa 100 Hausärzte aus dem Saarland haben am vergangenen Samstag am 27. Saarländischen Hausärztetag im neu eingeweihten Verwaltungsgebäude der Kassenärztlichen Vereinigung im „Quartier Eurobahnhof“ teilgenommen. Bei der Veranstaltung, die unter dem Motto „Hausarzt 2020“ stand, wurde vor allem die Problematik des zukünftigen Hausärzte- sowie Versorgungsmangels thematisiert.

Dazu legte Jürgen Bethscheider, der Vorsitzende des Saarländischen Hausärzteverbandes, Zahlen vor: Demnach haben durchschnittlich etwa 25 Prozent der Hausärzte im Saarland mittlerweile das 60. Lebensjahr überschritten haben. Die Zahlen stammen von Januar dieses Jahres.

Ganz vorne in der Statistik liegt Sankt Wendel, mit 33 Prozent über 60-Jährigen. Bis zum Jahr 2022 seien bereits 46 Prozent der Hausärzte 65 Jahre alt, verdeutlichte Bethscheider. Nachwuchs sei also „dringend gesucht“. Die Vorsitzende des hiesigen Ärztesyndikates, Sigrid Bitsch, weiß aber um die Problematik der Studienabsolventen. „Die jungen Kollegen haben nicht die Absicht, sich schon in jungen Jahren in finanzielle Abenteuer zu stürzen“, so Bitsch. Diese Aussage unterstrich auch der Vorsitzende des Facharztforums Saar, Dirk Jesinghaus. Zudem wünscht sich der Internist für die Zukunft eine weiter funktionierende Kooperation zwischen Haus- und Fachärzten, die noch mehr intensiviert werden solle. Ein gutes Beispiel für solch ein Netzwerk stellte der baden-württembergische Referent Martin Wetzel vor. Im dort angesiedelten Netzwerkunternehmen „Gesundes Kinzigtal“ soll die Zusammenarbeit zwischen Hausärzten und Fachärzten, zwischen Ärzten und Vertretern anderer Berufsgruppen, wie Physiotherapeuten, Apothekern, Psychotherapeuten sowie zwischen ambulanten und stationären Einrichtungen optimiert werden. Dadurch entstehe ein „integriertes“ Versorgungssystem. Aus einem Netzwerk wurde im Kinzigtal ein Management- Unternehmen, das eng mit den ansässigen Kassen AOK und LKK zusammenarbeitet.

Zurzeit müssen saarländische Hausärzte noch auf anderen Wegen versuchen, die optimale Versorgung zu gewährleisten. Josef Mischo, Präsident der saarländischen Ärztekammer, fordert dabei eine gleichmäßig flächendeckende Versorgung, die nicht nur in den Zentren stattfindet. Dies sei unter den aktuellen Bedingungen aber nur schwer realisierbar. „Wir sind nicht nur Ärzte, sondern auch Eheberater und Trauerbegleitende. Wir tätigen Hausbesuche, die nicht nur Zeitfresser sind, sondern auch nicht kostendeckend“, machte Bethscheider klar. „Durch das Wegbrechen der Kollegen wird es in absehbarer Zeit zu einer Mangelversorgung kommen.“ fess

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