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Verstärkte Kontrollen bescheren Bundespolizisten im Saarland viele Fahndungstreffer

An der Goldenen Bremm fanden nach den Anschlägen in Paris systematische Kontrollen statt. Foto: Dietze/dpa

An der Goldenen Bremm fanden nach den Anschlägen in Paris systematische Kontrollen statt. Foto: Dietze/dpa

Die Bundespolizei hat im vergangenen Jahr eine deutliche Steigerung der Straftaten registriert. 10 413 wurden 2015 von den Beamten geahndet, gegenüber 6776 im Jahr davor. Diese Steigerung um rund 54 Prozent sei allerdings auf die Zahl der ausländerrechtlichen Straftaten zurückzuführen, erklärte gestern Peter Fuchs , Bundespolizei-Direktor in Bexbach , der SZ. Damit sei nicht gemeint, dass Ausländer im Saarland krimineller sind, sondern dass mehr ins Saarland gekommen seien und dadurch einen illegalen Grenzübertritt begangen hätten. 3326 sind demnach über das Jahr verteilt unerlaubt eingereist. Die meisten (2429) kamen mit dem Zug und wurden schon während der Fahrt oder spätestens am Saarbrücker Hauptbahnhof entdeckt. „Wir wollen diese Menschen nicht kriminalisieren, sondern aus der Illegalität herausholen“, sagte Fuchs. Mehr als 90 Prozent von ihnen hätten einen Asylantrag im Saarland gestellt. Während 2014 nur 267 Syrer illegal ins Saarland einreisten, waren es im letzten Jahr 1154. Sie bildeten die größte Gruppe von ins Saarland illegal eingereisten Menschen. Doch der Flüchtlingsstrom blieb 2015 die einzige Herausforderung für die Bundespolizei . Das Jahr stand im Zeichen der Terror-Anschläge in Frankreich. Vor allem nach dem 13. November wurden die Sicherheitsmaßnahmen verstärkt. „Vier Wochen lang standen wir mit unseren französischen Kollegen der Grenzpolizei rund um die Uhr an der Goldenen Bremm und haben kontrolliert“, sagte Fuchs. Auch am Saarbrücker Hauptbahnhof und am Ensheimer Flughafen wurden die Kontrollen intensiviert. Dort ist auch laut dem Polizeidirektor neue Technik im Einsatz, die es ermöglicht, Grundstoffe an Menschen oder Kleidern zu erkennen, die für den Bau eines Sprengstoffs gebraucht werden. Die Rückmeldungen aus der Bevölkerung seien durchaus positiv. „Natürlich müssen wir da sein, wo Straftaten begangen werden, dennoch ist es auch nötig das subjektive Sicherheitsgefühl der Menschen im Auge zu behalten und Präsenz zu zeigen“, erklärte Fuchs. Man wolle den Bürgern vermitteln, dass sie sich sicher fühlen könnten und ihr Verhalten sich nicht ändern müssten. In der Tat seien im Saarland keine potenziellen Attentäter festgestellt worden. „Es gibt hier keine konkreten Hinweise auf eine aktuelle Anschlaggefahr. In ganz Europa herrscht aber eine abstrakte Gefahr durch den islamistisch motivierten Terror“, sagte er. Doch die verstärkten Kontrollen hätten auch ihre gute Seite: Sie sorgten für mehr Fahndungserfolge als im Jahr davor. 1341 Menschen, die 2015 von den Bundespolizisten im Saarland kontrolliert wurden, standen auf Fahndungslisten. In 179 Fällen konnten Haftbefehle vollstreckt werden.

 

2015 seien die Herausforderungen im Sicherheitsbereich gestiegen, sagte Fuchs. Bevor die Flüchtlingswelle im September ihren Höhepunkt erreichte und vor den Pariser Anschlägen im November hatte das Jahr mit Demonstrationen der Saargida und Gegendemonstrationen rund um Europa-Galerie und Hauptbahnhof in Saarbrücken begonnen. Fuchs warnte daher: „Wir hatten viele Erfolge, aber 2015 hat uns auch gezeigt, dass wir an die Personalgrenze kommen.“
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