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Vertragsstreit geht wohl vor Gericht

Christoph Barthel

Christoph Barthel

  Saarlouis. Dem Handball-Regionalligisten HG Saarlouis droht im Vertragsstreit mit Ex-Trainer Christoph Barthel eine Auseinandersetzung vor dem Arbeitsgericht. Auf einer Pressekonferenz gestern in Saarlouis gab der Verein bekannt, den 33-Jährigen fristlos entlassen zu haben. „Er hat beim Zweitligisten Obernburg einen Vertrag ab 1. Juli 2009 unterschrieben, obwohl er bei uns einen laufenden Vertrag bis 2010 hat. Aufgrund dieses Vertragsbruches haben wir keine Basis mehr gesehen“, erklärte Präsident Arnulf Willkomm.

Dieser Version widersprach Barthel, der sich gestern erstmals äußerte. Er habe am 20. Februar Präsident Willkomm von Obernburgs Angebot unterrichtet und um seine Freigabe gebeten. „Der Präsident hat mir in diesem sehr guten Gespräch mitgeteilt, dass man mir keine Steine in den Weg legen wolle“, erklärte Barthel. Diese Aussage sei in weiteren Gesprächen allerdings kein Thema mehr gewesen. Die Folge: „Ich habe der HG Saarlouis am 27. Februar außerordentlich zum 30. Juni 2009 gekündigt und am 28. Februar den Vertrag in Obernburg unterschrieben“, so Barthel.

Der Zweitligist hatte am 1. März auf seiner Internetseite die Verpflichtung des 33-Jährigen bekannt gegeben. Der Vorstand der HG und Teammanager Jungmann, der dem Vorstand nicht angehört, hatten sich daraufhin überrascht gezeigt. Willkomm hatte erklärt, der Verein sei völlig unvorbereitet getroffen worden.

Barthels Kündigung eine halbe Woche zuvor hat die HG Saarlouis bisher, auch bei der Pressekonferenz gestern, nicht explizit erwähnt. Als Grund für Barthels Entscheidung, nach Obernburg wechseln zu wollen, nannte Willkomm die sportliche Situation: „Das war ausschlaggebend. Er wollte eine Zweitliga-Mannschaft trainieren.“ Barthel verwies auf das schwebende Verfahren, sagte auf SZ-Anfrage nur: „Es waren nicht allein sportliche Gründe.“

Unterschiedliche Quellen aus dem Verein und dem Umfeld der HG, die namentlich nicht genannt werden wollen, erklärten der SZ, dass das Verhältnis zwischen Barthel und Teammanager Jungmann ein Knackpunkt gewesen sei. „Wie mit der Person Christoph Barthel umgegangen wird, ist nicht in Ordnung. Hier wird ein Schuldiger rausgepickt, der sicher nicht die Hauptlast zu tragen hat“, sagte eine Person. Eine andere Quelle versicherte: „Es muss einen Grund geben, warum der Trainer weg wollte. Aber den hinterfragt keiner. Alles ist über den Kopf des Trainers hinweg entschieden worden.“ Offenbar gab es erhebliche Differenzen bei der Planung der kommenden Saison und der sportlichen Perspektive. In der Tabelle liegt die HG Saarlouis aktuell auf Rang zwei mit zwei Minuspunkten Rückstand zu Spitzenreiter HSG Gensungen/Felsberg.

Die Mannschaft der HG hat die Trennung von Barthel mit Bestürzung zur Kenntnis genommen. Linksaußen Philipp Kessler sagte: „Es ist für beide Seiten blöd gelaufen. Uns als Mannschaft hat die Arbeit mit Christoph Spaß gemacht.“ Das bestätigte auch Rechtsaußen Sven-Malte Hoffmann: „Ich bin unter ihm aufgeblüht, er hat mich sehr gefördert. Ich bin traurig, dass Christoph weg ist.“ 
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