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Verurteilt: Saarbrücker Hausarzt hatte Pillen an Süchtige verkauft

Saarbrücken. Das Landgericht hat einen Hausarzt aus Saarbrücken zu drei Jahren Gefängnis ohne Bewährung wegen Verstoßes gegen das Arzneimittelgesetz verurteilt. Der 56 Jahre alte Mediziner hatte zwischen 2002 und 2009 rund 226 000 Tabletten illegal an Drogenabhängige verkauft. Die Medikamente hatte er zuvor ordnungsgemäß gegen Rezept als „Praxisbedarf“ bei einer Apotheke erworben. Seine Kunden bekamen die verschreibungspflichtigen Pillen, die so genannte Drogenersatzstoffe enthalten, anschließend gegen einen Preisaufschlag ohne Rezept und ohne medizinischen Grund.

Mediziner wurde zum Drogen-Dealer

Der Angeklagte habe sich verhalten wie ein Drogenhändler, sagte der Vorsitzende Richter in der Urteilsbegründung. Er habe in 231 Fällen Gebinde zwischen 100 und 6000 Tabletten für insgesamt 150 000 Euro an Süchtige verkauft. Diese hätten sie dann selbst konsumiert oder weiterveräußert. Ergebnis nach Feststellung der Rechtsmedizin: Die Sucht der Betroffenen wurde stärker, ihre Bereitschaft zu einer Therapie nahm ab. Damit - so der Staatsanwalt - habe der Arzt aus reinem Profit-Streben seine Berufspflichten massiv verletzt.

Arzt darf nicht mehr praktizieren

Warum der aus geordneten Verhältnissen stammende Mediziner tatsächlich zum illegalen Medikamentenhändler wurde, blieb aber weitgehend unklar. Dazu schwieg der Angeklagte, der vor Gericht die Taten einräumte. Dieses Geständnis brachte ihm eine deutliche Reduzierung der Strafe auf „nur“ drei Jahre ein. Außerdem sprachen die Richter ein Berufsverbot aus und zogen 150 000 Euro aus dem Vermögen des Arztes zu Gunsten des Staates ein - als Wertersatz für die illegalen Umsätze mit den Pillen.
wi
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