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Verurteilt wegen Überfall im Februar: Jugendbetreuer (55) und drei Schützlinge

Maskierte Räuber haben im Februar dieses Jahres eine Tankstelle in Homburg-Schwarzenacker überfallen. Zwei Täter müssen jetzt ins Gefängnis, zwei weitere erhielten Bewährung und müssen Arbeitsstunden ableisten.

Saarbrücken/Homburg.
Die Jugendkammer des Landgerichts hat die vier Angeklagten zu Freiheitsstrafen zwischen dreieinhalb und eineinhalb Jahren verurteilt. Es ging um einen Raubüberfall auf eine Tankstelle in Homburg-Schwarzenacker und um Freiheitsberaubung. Die Beute betrug knapp 1000 Euro. Ein Beteiligter hat seine Mittäter bei der Polizei verraten. Nach der Anklage, den Geständnissen und den Feststellungen des Gerichts hat sich am 14. Februar dieses Jahres Folgendes zugetragen. Der 55-jährige Jugendbetreuer eines Fußfallvereins saß mit drei seiner Schützlinge zusammen in seiner Wohnung. Alle hatten Geldsorgen und kamen auf die Idee des Raubüberfalls. Der Betreuer hatte einen nicht funktionsfähigen Schreckschussrevolver. Gemeinsam schnitt man mit einer Schere Sehschlitze in Wollmützen und besorgte Kabelbinder zur Fesselung der Überfallopfer.

Ein 19-Jähriger aus der Gruppe besaß als einziger ein Auto. Er brauchte Geld für den TÜV. Der war abgelaufen und der Wagen hatte deswegen ein falsches Nummernschild. Ein weiterer 19-Jähriger - er war kurz zuvor aus der französischen Fremdenlegion entlassen worden - kannte ein lohnendes Ziel. Eine Tankstelle, bei der einmal gearbeitet hatte und wo er wegen Betrugs entlassen worden war.  Der vierte Mann, ein 16-Jähriger, sollte Schmiere stehen und zu gegebener Zeit das Fluchtauto herbeiwinken. Die Komplizen warteten bis 22 Uhr, denn dann rechneten sie mit geringerem Betrieb und einer wohlgefüllten Kasse. Bis etwa 22 Uhr vertrieb man sich die Zeit mit Fernsehen, denn einerseits hoffte man auf geringeren Betrieb, andererseits auf eine wohlgefüllte Kasse.

Für den Überfall parkte der Fahrer sein Auto in einiger Entfernung von der Tankstelle. Der 16-Jährige stand in der Mitte und konnte die Tat und den Wagen im Auge behalten. Der 55-Jährige und der Ex-Fremdenlegionär bedrohten den allein anwesenden Tankwartmit der Waffe und fesselten ihn mit den Kabelbindern. Die Täter schnitten die Fesseln jedoch wieder auf und zwangen den Angestellten zur Öffnung der Kasse, die mit einem Code gesichert war, und zur Herausgabe des Geldes: knapp 1000 Euro. Die Kasse war mit einem Code gesichert, den der 19-Jährige aus seiner ehemaligen Beschäftigung kannte. Aber die Kasse ging nicht auf, die Geheimzahl war inzwischen geändert. Also schnitt man die Fesseln des Angestellten auf und veranlasste ihn zur Öffnung der Kasse und Herausgabe des Geldes: knapp 1000 Euro. Dann sperrten sie ihr Opferin der Toilette ein.

Während das geschah, fuhr ein Polizeiwagen an der Tankstelle vorbei. Die beiden Schmierestehen bekamen kalte Füße und fuhren über Nebenstraße zurück zur Wohnung des 55-Jährigen. Die Tankstellenräuber machten sich über Wälder und Felder zu Fuß auf den Rückweg. Nach eineinhalb Stunden trafen sie ein. Das Geld wurde geteilt und der Rest des Abends in einer Spielhalle verbracht.

Später hat der Fahrer seine Mittäter bei der Polizei angezeigt. Darauf hin verrieten sie auch dessen Rolle bei dem Überfall. jht

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