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Verwahrlosung von Kindern Riesen- Problem

Saarbrücken. Schlimme Nachrichten von Saarlands Jugendämtern - ausgerechnet kurz nach Weihnachten! Die Ämter registrieren eine wachsende Zahl schwerer Fälle von Verwahrlosung in Familien.

Wie der Geschäftsführer des Landkreistags, Martin Luckas, mitteilte, hat eine Umfrage seiner Organisation bei den Jugendämtern ergeben, dass es sich dabei um eine landesweite Tendenz handelt. Diese betreffe nicht nur die Unterschicht, sondern in zunehmendem Maße auch die Mittelschicht.

Dabei hat sich laut Luckas die Zahl der Fälle im Saarland uneinheitlich entwickelt. Während sich für den Regionalverband Saarbrücken und den Saarpfalz-Kreis eine klare Steigerung gegenüber dem Vorjahr abzeichne, sei die Entwicklung in den Landkreisen Merzig-Wadern, St. Wendel und Neunkirchen vergleichsweise stabil. Aber: Landesweit durchgängig nimmt die Zahl der besonders schweren Fälle zu. Luckas: "Die Jugendamtsleiter haben berichtet, dass die Fälle immer schwieriger und komplizierter werden." Zugleich werde der Aufwand pro Fall immer höher. Dies treffe selbst für die Kreise Merzig-Wadern und St. Wendel zu, wo die sozialen Probleme weniger ausgeprägt sind als etwa im Regionalverband Saarbrücken. Luckas: "Eine dramatische Entwicklung gibt es im Saarpfalz-Kreis." Das Jugendamt stelle immer extremere Fälle fest. Zugleich nehme landesweit die Zahl jener Fälle zu, in denen keine positive Prognose mehr möglich sei.

Luckas führte dies unter anderem auf veränderte Familienstrukturen zurück. Die Dauer der Zweierbeziehungen werde bei einer Scheidungsquote von 50 Prozent immer kürzer. Darunter litten Kinder und Jugendliche besonders. Darüber hinaus nähmen die sozialen Probleme zu. Der Geschäftsführer: "Kinder aus armen Familien landen eher in der Jugendhilfe als solche aus wohlhabenden Familien. Und es gibt eben heute mehr arme Familien, weil die Schere zwischen Arm und Reich deutlich auseinander gegangen ist." szn/aw


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