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Video-Fahrzeuge: Polizei erhöht Druck auf Saarlands Raser und Drängler

Diejenigen, die massiv zu schnell fahren und andere Verkehrsteilnehmer bedrängen, hat die Polizei im Visier. Mehrere Videofahrzeuge sind deshalb jetzt täglich im Einsatz.

Von SZ-Mitarbeiter Frank Bredel

Saarbrücken
. Jeder Autofahrer hat das schon erlebt. Man wird von hinten von einem Raser bedrängt, mit der Lichthupe zum Ausweichen gezwungen oder rechts überholt. Wer noch nicht selbst genötigt wurde, hat solche Szenen mindestens schon einmal beobachtet. Szenen, in denen man sich wünscht, die Polizei würde das sehen und den aggressiven Autofahrer zur Kasse bitten.Solch ein Verhalten anderer Verkehrsteilnehmer ist nicht nur lästig, sondern auch gefährlich.

Spitzenreiter auf der Liste der Unfallursachen mit Personenschäden auf der Autobahn sind laut Polizeiangaben Geschwindigkeitsüberschreitungen. Gleich dahinter kommen zu geringer Abstand und Überholfehler, so eine Statistik aus dem Jahr 2009. Deshalb kontrolliert die Polizei in Saarbrücken seit einigen Tagen mit Nachdruck. Michael Engelbert, der neue Leiter der Verkehrspolizeiinspektion in Dudweiler, hat die Dienstpläne bei der Polizei so eingerichtet, dass jetzt täglich und auch an Wochenenden jeweils vier Videofahrzeuge unterwegs sein können.

Diese Autos haben es in sich. Sie sind hoch motorisiert und können nach vorn und hinten alles filmen, Geschwindigkeiten messen, Abstände erfassen und so Beweise sichern. Die Zivilfahrzeuge haben Blaulicht. Und wenn man das rote Anhaltesignal „Stop Polizei“ sieht, ist es meist zu spät für Ausreden.

Die SZ hat eine Kontrollfahrt begleitet und festgestellt, dass die allermeisten Autofahrer angepasst fahren. Das bestätigen auch die Beamten Udo Genetsch und Marco Malter. Doch bei den Videofahrzeugen, offiziell Provida genannt, geht es nicht um Masse: „Wir wollen die herausragenden Verstöße ahnden, denen wir anders nicht beikommen“, sagt Genetsch. Wer das Videofahrzeug nur leicht zu schnell überholt, hat nichts zu befürchten. Die Polizisten suchen nach wirklichen Rasern, Dränglern und Rotlichtsündern.

Wer deutlich mehr als 20 Kilometer zu schnell ist, fällt in die Zielgruppe der Provida. Das Messfahrzeug folgt dem Temposünder, filmt die Fahrt, die Messdaten werden auf einem Monitor eingeblendet. Nach einer festgelegten Messstrecke wird der Betroffene gestoppt und von den Beamten angesprochen. Die meisten Autofahrer, so die Erfahrung, reagieren freundlich. Die wenigsten wollen das Video sehen.

Die Polizei wird die Schwerpunktkontrollen mindestens bis Jahresende fortsetzen.

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