A8 Luxemburg - Saarlouis AS Perl in beiden Richtungen Anschlussstelle gesperrt, Baustelle bis 20.11.2017 06:00 Uhr (09.10.2017, 05:53)

A8

Priorität: Sehr dringend

4°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken
4°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken

Viel zu kalt: Saarländische Spargel- und Erdbeerbetriebe fürchten Ernteausfall

Wallerfangen/Heusweiler. Das trübe Wetter und kühle Temperaturen vermiesen derzeit nicht nur den Menschen die gute Laune, auch Gemüse und Obst tut es alles andere als gut. Besonders Spargel und Erdbeeren gehören im Frühjahr zu den begehrten Produkten, die in verschiedenen Varianten auf dem Esstisch landen und als Vitaminlieferanten den Speiseplan bereichern. Doch aktuell beklagen Spargel- und Erdbeerbetriebe einen hohen Ernteausfall, wie Anbauerin Katharina Bernauer aus Heusweiler und Spargelanbauer Jan Bodek  aus Wallerfangen berichten.

Wegen der Kälte hinkt Erdbeerernte etwa 14 Tage hinterher

Katharina Bernauer kalkuliert beim Spargel mit einem Ausfall von über 30 Prozent Die Inhaberin des Erdbeer- und Spargelhofs in Heusweiler bewirtschaftet für ihre Produkte etwa 30 Hektar Land. Ihre Erdbeerfelder für Selbstpflücker sind im ganzen Saarland verteilt, doch derzeit sieht es überall noch ganz schön trübe – besser gesagt – ausschließlich grün aus. „Es hängen zwar Früchte an den Stauden, die sind aber noch nicht reif“, sagt sie. Wegen der Kälte hinke die Erdbeerernte etwa 14 Tage hinterher. „Das Pflücken gleicht eher einer Ostereiersuche“, scherzt sie und hofft auf bessere Bedingungen. Täglich ruft sie über das Internet die Wetter-Seiten auf, doch die Vorhersagen verheißen zunächst noch nichts Gutes. „Wir geben aber die Hoffnung nicht auf. Jedes Jahr ist nun eben mal anders und das ist unsere Herausforderung“, sagt sie.

Für Spargel muss es warm und feucht sein

Während die 32-Jährige, was die Erdbeerernte betrifft, noch verhalten zuversichtlich klingt, ist sie beim Spargel mehr als skeptisch. Die Stangen wachsen bei guten Bedingungen bis zu sieben Zentimetern am Tag. „Wenn der Spargel jetzt einen Zentimeter am Tag schafft, dann ist das viel“, sagt Bernauer. Besonders die Temperaturen in der Nacht machten dem beliebten Gemüse zu schaffen. Nicht nur, dass der Spargel sehr langsam wächst, auch die Qualität leidet, wie Jan Bodek erklärt. Seit 1996 baut er mit seiner Frau Patricia von Papen-Bodek das edle Gemüse an und verkauft es auf dem Familienanwesen in Wallerfangen. Sie bieten ihren Kunden weißen und grünen Spargel an. „Für Spargel muss es warm und feucht sein. Aber nicht zu nass“, erklärt Bodek. Beim Spargel von mittlerer Güteklasse habe er im Moment die meisten Ausfälle. „Uns fehlt die goldene Mitte, sie ist dieses Jahr selten“, meint er. Zudem leide die Qualität des Spargels insgesamt, was die Optik betrifft. Bodek nennt als Beispiel Rost, also leicht braunen Verfärbungen, am Spargel und kleine Risse am unteren Spargelende. Beim Geschmack gebe es allerdings keine Abstriche.

Besorgt blickt Katharina Bernauer auf das nahende Pfingstwochenende, an dem die Spargelanbauer in aller Regel eine wahre Hochkonjunktur erleben. „Ich habe Angst, dass unsere Ware nicht reichen könnte“, befürchtet sie. Der Spargel sei knapp und um gute regionale Produkte zu bekommen, rät die studierte Gartenbauerin, nicht bis auf den allerletzten Drücker zu warten. Spargel bereits am Freitag für Sonntag zu kaufen, sei kein Problem, sagt Bernauer. Bei richtiger Aufbewahrung sei die Frische dann immer noch gewährleistet. Und einen Tipp, wie Spargel aufbewahrt werden sollte, gibt sie gleich dazu: Die Stangen in ein feuchtes Tuch einwickeln und kühl lagern.

Hat dir dieser Artikel gefallen?
Ja Nein