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Viele Saarländer unzufrieden mit ihrem Job

Saarbrücken. Die Stimmung in vielen saarländischen Unternehmen und Behörden ist nicht sonderlich gut. Viele Arbeitnehmer stehen unter einem enormen Zeit- und Leistungsdruck. Auch die körperlichen Belastungen sind hoch und in den vergangenen Jahren noch angestiegen. Das geht aus dem jüngsten Betriebsbarometer der Saar-Arbeitskammer (AK) hervor. Befragt wurden bei diesem dritten Barometer Betriebs- und Personalräte von rund 1160 Firmen und Behörden. 205 der angeschriebenen Arbeitnehmer-Vertretungen schickten die Fragebögen zurück, was einer Rücklaufquote von 17,7 entspricht. Die Befragung fand im Februar und März statt.

In rund 80 Prozent der Betriebe und Verwaltungen, aus denen die Fragebögen zurückkamen, klagen die Betriebsräte über einen hohen Leistungsdruck der Beschäftigten. Eine starke körperliche Belastung wurde von 46 Prozent kritisiert. In fast 40 Prozent der Betriebe und Verwaltungen fühlen sich die Arbeitnehmer unzureichend informiert. Den persönlichen Aufstiegschancen und Entwicklungsmöglichkeiten am Arbeitsplatz geben 44 Prozent eine schlechte Note. In 42 Prozent der Fragebögen wurde das Betriebsklima nach AK-Angaben als schlecht bezeichnet. Die Führungskompetenz der Chefs wird in 46 Prozent der Fälle kritisiert. Dies führe auch dazu, dass die Motivation der Mitarbeiter sinke, obwohl diese noch in 43 Prozent der Betriebe und Behörden als „sehr gut“ bezeichnet wurde. „Die Betriebe und Verwaltungen sind von guter Arbeit noch weit entfernt“, zog AK-Vorstandschef Hans Peter Kurtz Bilanz. Sehr gut sei in zwei Dritteln der Betriebe und Behörden allerdings die Kollegialität.

Der Hauptgeschäftsführer der Vereinigung saarländischer Unternehmensverbände (VSU), Joachim Malter, kritisiert, dass dieses Barometer „das Bild in den Betrieben verfälscht“. Bezeichnend sei die geringe Rücklauf-Quote der Fragebögen. Daraus könne man schließen, dass in mehr als 80 Unternehmen und Verwaltungen „alles in Ordnung ist“.
Lothar Warscheid (SZ)
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