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Viele Schulanfänger sind zu dick

Von SZ-Redakteurin Claudia Emmerich

Kreis Neunkirchen. Noch zweimal schlafen, dann ist für 1022 Jungen und Mädchen im Kreis Neunkirchen (und ihre Eltern, Omas und Opas!) der große Tag gekommen: An diesem Montag, 8. August, gehen sie zum ersten Mal in die Schule.

Die Vorbereitungen auf die Schule liefen zu Hause schon lange: Ranzen aussuchen, Tüte basteln (und füllen!), vielleicht einen Wecker aufstellen. Ein Abc-Schütze muss nun mal früh hellwach sein. Aber alle Schulneulinge hatten auch noch einen wichtigen Arzttermin im Kalender: Bei den so genannten Schuleingangsuntersuchungen schauen Experten auf die körperliche Entwicklung der Kinder, auf ihre sprachlichen und motorischen Fähigkeiten. Kann die Einschulung empfohlen werden oder sollte über Alternativen nachgedacht werden?

Im Kreis Neunkirchen waren für diese Untersuchungen im zurückliegenden Jahr drei Schulärztinnen unterwegs, in der Regel in den Kindergärten. Die Ergebnisse haben jetzt Ruth Wolff und Diana Thiel im Kreisgesundheitsamt unserer Zeitung vorgestellt. In neun von zehn Fällen haben sie die Schulempfehlung ausgesprochen. Bemerkenswert: Mit 1022 Schulanfängern ist die Zahl in diesem Jahr im Kreis wieder über die 1000er-Marke gesprungen. Im Vorjahr war die seit Jahren rückläufige Zahl der Einschulungen sogar zum ersten Mal unter 1000 gesunken. „Die Zahl der Schulanfänger wird sich zwischen 1000 und 1100 stabilisieren“, rechnen die Schulärztinnen ihre Unterlagen mittelfristig hoch.  „Das ist die Planungsgrundlage für die nächsten Jahre.“




Was die Ärztinnen freut: 99.Prozent der Erziehungsberechtigten legten das Vorsorgeheft vor, hatten also für ihre Töchter und Söhne die Vorsorgeuntersuchungen wahrgenommen. Was die Ärztinnen ebenfalls freut: Die Impfbücher belegen eine hohe Impfbereitschaft: „Nur wenige verweigern sich ganz.“ Beispiel Masern: „Im Kreis Neunkirchen erreichen wir beim Impfschutz gegen Masern 96 Prozent, noch über dem Bundesschnitt mit 95 Prozent“, berichten Wolff und Thiel. Und Wirkung zeige auch das 2006 eingeführte Angebot der Impfung gegen Windpocken: „Die Zahl der Impfungen ist gestiegen, die der Erkrankungen parallel dazu gefallen.“

Es gibt aber auch Zahlen, die den Schulärztinnen Sorge bereiten. Ein Blick auf das Gewicht der untersuchten Kinder etwa. Kreisweit, so lesen Wolff und Thiel aus ihren Daten ab, weisen an die zwölf Prozent der Kinder sehr starkes Übergewicht auf. Insgesamt sei ablesbar: „Stadtkinder sind kräftiger als Landkinder.“ Mögliche Erklärungen sehen die Ärztinnen in besonderen Stadt-Faktoren: unterschiedlicher kultureller Hintergrund („da sind Mamas und Papas manchmal besonders stolz auf ein rundes Kind“), mehr Menschen mit niedrigerem Sozialstatus („heißt oft auch unausgewogene Ernährung“) sowie geringere Sport-Partizipation („in der Stadt sind weniger Kinder in Sportvereinen“ und „auf dem Land haben Kinder mehr Bewegungsfläche“).


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