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Viele ärgern sich über die Volkszählung

Saarbrücken. Ein „Erinnerungsschreiben“ des Statistischen Landesamtes (wir berichteten) sorgt weiter für Ärger. Immer mehr saarländische Immobilien-Besitzer melden sich bei unserer Zeitung, die ihren Fragebogen für die Gebäude- und Wohnungszählung im Rahmen des „Zensus 2011“ angeblich nicht fristgerecht zurückgeschickt haben. Die „Mahn-Aktion“ kostete nach Angaben des Statistischen Landesamtes 30.178,70 Euro. Auf den Vorwurf, Steuergelder seien verschwendet worden, entgegnet Sprecherin Koba Krause, dass das Erinnerungs-Verfahren durch die bundesweite Projektleitung vorgegeben sei. Viele Bürger seien daraufhin noch ihrer Auskunftspflicht nachgekommen.

Den Sinn der Erinnerung sehen viele SZ-Leser allerdings nicht, darunter die Eheleute Werner und Sieglinde Frank aus Kirkel: „Was soll das?“, fragen sie. Sie hätten ihre Erhebungsunterlagen längst zurückgesandt. Elvira Lauer ist ebenfalls sauer auf das Amt: „So werden unsere Steuergelder verpulvert. Eine genaue Gebäude- und Wohnungs-Zählung ist auf diese Weise gar nicht gewährleistet.“ Auch sie habe die Fragebögen für ihre beiden Häuser längst zurückgeschickt – allerdings, wie viele andere, die mehrere Immobilien besitzen, in nur einem Umschlag, um Porto zu sparen.

Nachdem Lauer die Telefonhotline des Amtes endlich erreicht habe, habe man ihr erklärt, dass dies so auch in Ordnung gewesen sei. Allerdings sei bei der Eingabe der Daten zu spät bemerkt worden, dass es sich um verschiedene Objekte handeln würde und die Daten nun nicht mehr vorliegen würden, so die Leserin. Sprecherin Krause entgegnet: „Mit Sicherheit kann ausgeschlossen werden, dass eingegangene Bögen nicht mehr vorhanden sind.“
Wenn, wie im Fall der SZ-Leserin, mehrere Bögen in einem Umschlag eingeschickt oder nicht die vorgesehenen Rücksende-Umschläge verwandt worden seien, sei es womöglich zu nicht gerechtfertigten Erinnerungen gekommen, so die Sprecherin. „Auf die Genauigkeit der Zählung haben die Schwierigkeiten mit dem Erinnerungs-Schreiben keine Auswirkungen“, sagt Krause.

Allerdings gibt das Amt zu: „Die Schwierigkeiten bei der Zusendung der nicht berechtigten Erinnerungs-Schreiben, die ähnlich auch in anderen Ländern aufgetreten sind, werden eingeräumt und bedauert“, heißt es in der Stellungnahme des Amtes. Seit Dienstag habe sich das starke Anrufaufkommen, das die Telefonanlage des Amtes zeitweise zum Zusammenbrechen gebracht habe, deutlich entspannt, berichtet Krause: „Die Hotline ist zur Zeit direkt erreichbar. Es gehen nur noch wenige Anrufe ein.“ Ein aufklärendes Schreiben an die Immobilien-Besitzer sei aber nicht geplant. Bürger, die keine Erinnerung erhalten haben, könnten im Übrigen davon ausgehen, dass ihre Erhebungsbögen dem Amt vorliegen würden.
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