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Vier Studenten der Saar-Uni gewinnen Forschungs-Wettbewerb

Saarbrücken. Unscheinbar sehen sie aus, die beiden weißen Handschuhe. Dennoch sind sie kleine Wunderwerke der Musikproduktion. Mit einem Computer verbunden und mit so genannten Magnet- und Beschleunigungssensoren ausgestattet, können sie Bewegungen der Hand und der Finger messen. Durch ein spezielles PC-Programm werden diese Bewegungsergebnisse dann in Töne übersetzt. Bisher lassen sich mit dem Musikhandschuh Gitarren- und Klaviertöne simulieren.

Manuel Barra, Christian Bur, Eliseo Pignanelli und Esther Tesfagiorgis, alle Mechatronik-Studenten an der Saarbrücker Uni, haben den Handschuh innerhalb von zwei Monaten entwickelt. Kurios ist: Alle spielen selbst kein Instrument. Das störte die Jury des bundesweiten Cosima-Wettbewerbs (Competition of Students in Microsystems Applications), den das Bundesministerium für Bildung und Forschung und vom Verband der Elektrotechnik (VDE) 2009 erstmalig veranstalte, nicht. Die zeichnete das Projekt der Saarbrücker Studenten mit dem ersten Preis aus. Prämiert werden dabei innovative Anwendungen der Mikrosystemtechnik, die alltagstauglich sind.

Das Resultat kann sich sehen und vor allem hören lassen. Manuel Barra hat die Handschuhe übergezogen und klimpert mit den Fingern in der Luft, worauf gleich enige Klaviertöne erklingen. Der 24-Jährige erklärt weiter, dass man für den Gitarren-Sound im Gegensatz zum Klavierspielen die Beschleunigungssensoren am Handschuhrücken brauche. Durch die Drehung der Hand könne man automatisch von Klavier auf Gitarre umschalten. Als Beweis folgt sogleich eine kleine Luftgitarren-Einlage mit den dazugehörigen Akkorden.

Außer der originellen Idee, die für den Wettbewerb entscheidend war und der vergleichsweise kostengünstigen Umsetzung bietet das Handschuh-Set auch praktische Anwendungsmöglichkeiten. „Die Handschuhe sind Platz sparend anwendbar, leicht, gut zu transportieren und dazu sehr robust. Sie könnten zum Beispiel als Spielzeug oder Musikinstrument für Kinder dienen – vor allem, wenn die Anschaffungskosten für ein echtes Instrument zu hoch sind“, erklärt Teamkollege Eliseo Pignanelli.

Das Projekt sei für Hersteller von Spielwaren, Spielkonsolen oder auch für Musikinstrumentenbauer interessant – als eine Art Einsteiger-Set für zukünftige Musik-Genies, meinen die Studenten. In diese Richtung haben die vier Erfinder ihre Fühler auch schon ausgestreckt und suchen derzeit noch ein Unternehmen, das die Idee vermarktet.

Patent für Serienproduktion

Um in Serie zu gehen, wären weitere Verfeinerungen durchaus möglich: Die derzeitige Leistung von acht spielbaren Klaviertönen und vier Gitarren-Akkorden könne nach Bedarf ausgebaut werden, so die Studenten. Darüber hinaus liegt auch die Simulation anderer Instrumente im Bereich des Möglichen. Bevor sie die Modifikationen in Angriff nehmen, wollen die Studenten noch die Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb in China in diesem Jahr abwarten. Der soll dem Projekt Musikhandschuh ganz neue Perspektiven eröffnen. Die Idee des Handschuhs wurde jedenfalls schon zum Patent angemeldet.

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