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Viereinhalbjähriger Junge nach Badeunfall in kritischem Zustand

Die Polizei ermittelte im Homburger Kombibad Koi, nachdem dort ein kleiner Junge leblos im Wasser trieb und reanimiert werden musste. Foto: Becker & Bredel

Die Polizei ermittelte im Homburger Kombibad Koi, nachdem dort ein kleiner Junge leblos im Wasser trieb und reanimiert werden musste. Foto: Becker & Bredel

Im Homburger Kombibad sind die Leitung, die Mitarbeiter, Badegäste noch immer fassungslos und schockiert. Am Donnerstag gegen 16 Uhr ist hier ein viereinhalbjähriger Junge verunglückt (wir berichteten kurz). Passiert sei dies im Rahmen eines Schwimmkurses eines privaten Anbieters, teilte der Geschäftsführer der Betreibergesellschaft des Bades, Gregor Korda, mit. Diese würden generell von zehn Kindern besucht. Der Junge sei regungslos im Becken entdeckt worden und wurde vor Ort direkt von der Badeaufsicht reanimiert. Laut Augenzeugen waren auch Notfall-Seelsorger vor Ort.

Der Junge wurde ins Universitätsklinikum in Homburg gebracht und wird – so der Stand gestern Nachmittag – dort intensivmedizinisch behandelt, teilte Sarah Sersch, eine Sprecherin des Landespolizeipräsidiums in Saarbrücken, mit. Sein Zustand sei kritisch. Zum genauen Geschehen könne man im Moment noch nichts sagen. Der Junge habe möglicherweise kurz die Gruppe verlassen. Die Polizei sei dabei zu klären, wie es zu dem Vorfall gekommen sei anhand von Videoaufzeichnungen des Bades und indem man versuche, Zeugen zu finden.

„Wir hoffen und bangen um das Kind“, sagte Koi-Geschäfsführer Korda – zum Ablauf „wissen wir noch gar nichts“. „Wer, was, wann, wo gemacht“ habe, sei im Moment aber zweitrangig. Der Betrieb sei am Donnerstag nach dem Vorfall bis etwa 22 Uhr weitergelaufen. Es sei im Bad relativ viel los gewesen, es habe jedoch keinen öffentlichen Badebetrieb gegeben, sondern ausschließlich Kurs- und Vereinsschwimmen.

Die Schwimmkurse würden, so Korda, von einem Partner, einer privaten Schwimmschule, im Kombibad angeboten. Eltern , deren Kinder den Unterricht dieser Schule zuvor einmal besucht hatten, berichten von sehr guten Erfahrungen. Aus Sicherheitsgründen sei dabei immer extrem strikt auf Regeln geachtet worden. Sie hätten erlebt, dass die Trainerin deswegen sogar eher Ärger mit manchen Eltern riskiert habe, die sie als zu streng kritisierten. Die Schwimmschule wollte sich am Freitag nicht äußern. Der gesamte Vorfall, so Korda, gehe ihm und den Mitarbeitern sehr nahe. Diese würden psychologisch betreut.

Es sei für alle Beteiligten eine schlimme Sache, sagt der Pressesprecher der DLRG Saar, Oliver Zangerle. Er äußerte sich auch allgemein zu Schwimmkursen, speziell für Anfänger. Die DLRG treffe für ihre Schwimmkurse natürlich Vorkehrungen, halte eine sehr hohe Zahl von Ausbildern vor, eine Person betreue höchstens fünf Kinder, die sie nie im Rücken, sondern immer im Blick habe. Ganz ausschließen lasse sich aber offensichtlich nicht, dass so etwas passiere, so Zangerle. Gerade weil man als Ausbilder in Anfängerschwimmkursen immer angespannt sei, da man alle immer im Auge behalten müsse, „würde ich persönlich davon Abstand nehmen“, dass ein Ausbilder mehrere solcher Kurse hintereinander gebe. Man müsse sich allgemein vor Augen halten, dass Wasser für den Menschen auch eine bedrohliche Umgebung sei, die kleinste körperliche oder gesundheitliche Beeinträchtigung führe im Wasser gleich zu Riesen-Problemen.

„Unfälle geschehen immer wieder trotz aller Sicherheitsvorkehrungen“, sagte Olaf Hollfelder von der DLRG Höcherberg, die ebenfalls im Homburger Kombibad aktiv ist. Kinder liefen auch einmal weg, gingen auf die Toilette, erläuterte er allgemein und unabhängig vom aktuellen Fall im Kurs des Privat-Anbieters. Schwimmkurse seien notwendig. Er selbst gebe seit 30 Jahren Schwimmkurse, es sei das erste Mal, „dass mir so etwas direkt unterkommt“.

Generell, rät Hollfelder, sollten Eltern ihre Kinder nie unbeaufsichtigt lassen, wenn diese am Wasser spielen dürften. Das gelte für jedes Alter und egal, an welchem Wasser , auch wenn es der Gartenteich sei.
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