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Vierter Pavillon: Grüne attackieren Stiftungs-Beirat im U-Ausschuss

Der Vierte Pavillion in Saarbrücken (Archivbild).

Der Vierte Pavillion in Saarbrücken (Archivbild).

„Das war eine Bankrotterklärung“, hat Hubert Ulrich (Grüne) die Verhörrunde im Landtags-Untersuchungsausschuss „Bau des Vierten Museumspavillons“ auf den Punkt gebracht. Als Zeugin geladen hatten die Parlamentarier Professor Inge Weber (71), die Vorsitzende des Stiftungs-Beirates, eines Fachgremiums aus Museums- und Wirtschaftsexperten, das den Vorstand der Stiftung Kulturbesitz berät. Bis zur Änderung des Stiftungsgesetzes 2013 war Weber in ihrer Beirats-Funktion auch stimmberechtigtes Kuratoriumsmitglied. Sie wurde, wenn man so will, stellvertretend für alle ehemaligen Mitglieder beider Gremien befragt. In einem Fragestil, der punktuell einem Tribunal glich. Nicht wenige Fragen insbesondere des Grünen-Fraktionschefs Ulrich transportierten Vorwürfe und Kritik. Ulrich wollte ganz offensichtlich aufdecken, wie willfährig und blauäugig sich Beirat und Kuratorium verhielten. Was zur Folge hatte, dass das Kuratorium den Baustopp am Vierten Pavillon mittrug, der die eigentliche Kostensteigerung erst verursachte. So lautet die These des aus dem Kuratorium in Unfrieden geschiedenen Sponsors Edwin Kohl, der kürzlich im Ausschuss gehört wurde.

Tatsächlich konnte Weber gestern nicht schlüssig erklären, warum sie oder der Beirat im Sommer 2011 nicht nachhakten oder widersprachen, als der damalige Kurator Karl Rauber (CDU) plötzlich über angebliche Baumängel und ein desaströses Kostenmanagement informierte. Man schwieg, obwohl bis dahin auch im Beirat, der mit einem Architekten besetzt war, keinerlei Zweifel an der tadellosen Baustellen-Betreuung von Vorstand Ralph Melcher und Projektsteuerer Gerd Marx aufgetaucht waren. „Es gab keinen Zweifel an Marx oder Melcher“, bestätigte Weber. Zugleich habe sie aber auch das Marx und Melcher belastende Gutachten des Ingenieursbüros WPW als „kompetent“ eingeschätzt. Ob die darin beschriebenen Baumängel zu Recht kritisiert wurden, habe man nicht überprüft. „Damit war ich im Detail nicht befasst“, sagte Weber. Ulrich konterte: „Was ist der Sinn eines Beirates, wenn er nichts überprüft, was man ihm serviert, und sich keine eigene Meinung bildet?“

Unnötiger Baustopp?

Nach der Sitzung bezeichnete der Grünen-Chef den Beirat als „Kaffeekränzchen“: „Das Kuratorium hat sich bis auf Herrn Kohl verantwortungslos verhalten.“ Auch Michael Neyses von den Piraten kritisierte das „Abnick-Verhalten“: „Die Hinweise verdichten sich, dass das Museum funktionstüchtig und der Baustopp gar nicht notwendig war.“ Letzteren hatte Interimsvorstand Meinrad Maria Grewenig verkündet. Der Weltkulturerbe-Chef rückt nun als zentrale Figur ins Visier des Ausschusses. Er soll gehört werden. Der parlamentarische Geschäftsführer der Linken, Heinz Bierbaum, sieht womöglich den „Umstand der Untreue“ gegeben. Der Ausschuss solle Klarheit bringen, ob die Mängelrüge von WPW falsch war oder gar von Grewenig „beeinflusst“ wurde. Sprich, ob Kohls Vorwurf des „Lügens und Betrügens“ zutrifft. Diese nahe liegende Aufklärungsarbeit hat bisher niemand übernommen, weder der Kultusminister noch der Kultur- oder Haushaltsausschuss.

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