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Vierter Pavillon: Museums-Start 2012 fraglich

Dauerbrenner im Kulturausschuss: Der Erweiterungsbau der Saarbrücker Modernen Galerie.

Dauerbrenner im Kulturausschuss: Der Erweiterungsbau der Saarbrücker Modernen Galerie.

Saarbrücken. Gründlichkeit geht vor Schnelligkeit, so lautet die Maxime des neuen Kulturministers Stephan Toscani (CDU) in Sachen Vierter Pavillon. Das hat seinen Preis. So wird, anders als bisher kommuniziert, eine erste Mängel-Auswertung samt Kostensteigerung, die das Architekturbüro WPW für die Stiftung ermittelt, erst am 22. September vorliegen. Allerdings wird dieser Zwischenbericht noch keine „belastbare“ Kostenschätzung enthalten. Das sagte der Interims-Vorstand der Stiftung Kulturbesitz, Meinrad Maria Grewenig, gestern der SZ. Was Opposition und Bürger am Brennendsten interessiert, steckt also weiter in der Warteschleife: Wie viel mehr an Steuergeld der aktuell mit 30 Millionen Euro kalkulierte Vierte Pavillon nun final verschlingen wird. Während der CDU-Abgeordnete Thomas Schmitt diese neuerliche Verzögerung für „undramatisch“ erachtet, äußerte sich die Kulturausschuss-Vorsitzende Isolde Ries (SPD) enttäuscht über die gestrige Sitzung. Denn klar wurde: Die Angaben zu den Neubau-Fertigstellungs-Kosten kommen frühestens im Oktober. Weil erst dann der Rechnungshof-Prüfbericht vorliegt, dessen Ergebnisse Toscani, der den Rechnungshof in sein Berater-Boot gehievt hat, mit den Erkenntnissen von WPW synchronisieren möchte. Eine unzulässige Vereinnahmung, gar eine „Umarmung“ des Rechnungshofes? Nach der Ausschuss-Sitzung stellte Rechnungshof-Präsident Manfred Plaetrich denn auch vor der Fernseh-Kamera klar, dass man zwar gerne „unterstützend“ tätig werde, dadurch aber seine Kontroll-Pflicht nicht aufgebe.  Anders gesagt: Kern-Aufgabe des Rechnungshofes ist die Aufarbeitung und Bezifferung dessen, was schief gelaufen ist, nicht das Schätzen künftiger Kosten.



So war denn der Neuigkeits-Ertrag der gestrigen Grewenig-„Vernehmung“ im Ausschuss gering, gleichwohl nahmen die SPD-Abgeordneten laut Ries ein nochmal erweitertes Schreckens-Panorama wahr: „Der Karren ist total verfahren, ein Großteil der Aufträge ist vergeben, Korrekturen sind kaum möglich und wenn, kommen sie uns teuer zu stehen.“ Als Beispiel nennt sie die Glas-Fassade. Letztere sollte einst mit transparentem Buntglas ausgeführt werden (1,2 Mio.). Der damalige Vorstand sei dann aus Spargründen auf inakzeptables, plumpes Normalglas umgeschwenkt (ca. 800 000 Euro) und habe dies beauftragt. Nun wolle das keiner mehr haben.

Grewenig spricht mittlerweile lieber von einem „Sanierungsfall“. Er hält denn auch den bis dato kommunizierten Eröffnungstermin – Ende 2012 – für „unrealistisch“. Sein Team arbeite nicht mehr mit Volldampf daran, das Eröffnungs-Event pünktlich bis Ende September in alle Tourismus-Kommunikations-Kanäle einspeisen zu können. Grewenig sagt, er sei in den vergangenen Wochen mit einer ungeahnten „Komplexierung“ der Probleme konfrontiert worden. 35 Fachplaner und 100 Verträge seien miteinander verschachtelt – lücken- und fehlerhaft. Was offensichtlich dazu führt, dass sich der Zusatzjob des Völklinger Weltkulturerbe-Chefs in eine handfeste Doppelbelastung verwandelt hat. Dafür erhält Grewenig, wie gestern in der SZ gemeldet, 2000 Euro netto monatlich mehr. Der Stiftungs-Interims-Chef legt Wert auf die Feststellung, dass er diese Summe nicht ausgehandelt habe, sondern sie ihm gewährt wurde: „Ich bin nicht Not leidend. Von Anfang an habe ich klar gemacht, dass ich diese Aufgabe nicht aus Geld-Gründen übernehme. Das Geld ist eine anerkennende Honorierung.“
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