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Villeroy & Boch wächst stabil - auch Dank Online-Geschäft

Von SZ-Redakteur Joachim Wollschläger

Mettlach. Villeroy-&-Boch-Chef Frank Göring hat zum kommenden Saarland-Marketing eine klare Meinung. Er sei sehr gespannt, was da jetzt kommt. Aber: „Wenn wir jetzt die saarländische Lokalprominenz fotografieren und sie zum Grüßen an die Landesgrenze hängen, wird uns das nicht so helfen“, sagt er. „Und wenn wir den Flughafen schließen, schon gar nicht.“

Gerade der Flughafen sei eine wichtige Image-Frage – und dass es beim Image noch hapert, merkt auch V&B. „Bei Führungskräften unter 35 haben wir ein Riesen-Problem, die ins Saarland zu holen. Mit Saarschleife geht da nichts. Die kommen nur, wenn sie dann auch mal nach New York oder Singapur dürfen.“ Erst bei Führungskräften mit Familie könne das Saarland seinen Charme so recht entfalten.

Abgesehen davon, betont Finanzvorstand Jörg Wahlers, gebe es aber bei Villeroy & Boch keine Probleme durch den demografischen Wandel: „Wir haben keine Schwierigkeiten, Fachkräfte zu finden, auch im Saarland nicht“, sagt er.
Bei der gestrigen Bilanzpressekonferenz konnte das Vorstandsduo entspannt agieren. Zwar ist der Umsatz 2013 mit 743,6 Millionen Euro bei einem Plus von 0,1 Prozent quasi stabil geblieben und das Ergebnis (Ebit) von 37 auf 31 Millionen Euro sogar kräftig gesunken, rechnet man aber Sondereffekte heraus wie den Verkauf der Fabrik in Lübeck-Dänischburg, der 2011 das Ergebnis erhöht hat, bleibt ein Plus beim operativen Ergebnis von elf Prozent.

Göring zeichnet bei den Absatzmärkten ein sehr gemischtes Bild: Die größten Anstiege gab es in Russland (+22 Prozent), und Großbritannien (+ 11 Prozent), Mexiko schlägt nach der Schließung einer Fabrik mit einem Minus von 24 Prozent zu Buche, in Niederlanden hat eine Immobilienkrise V&B ein Minus von zwölf Prozent beschert. In Deutschland dagegen hat sich V&B – bereinigt um ein Sondergeschäft mit Rewe – mit Plus fünf Prozent gut geschlagen. 2011 hatte Rewe im Rahmen eines Treueprogramms Geschirr im Wert von 5,3 Millionen Euro gekauft. Dies eingerechnet, wäre der Deutschland-Umsatz 2,5 Prozent gesunken.

Solche Sonderprogramme will Göring in Zukunft eindämmen, stattdessen will er mit Investitionen in neue, eigene Geschäfte die Marke stärken. Besonders neue Flagship-Stores in Monaco, London, Berlin, Singapur und Shanghai sollen V&B als „Premium-Marke erlebbar machen“, sagte Göring. Beim der Prognose ist der V&B-Chef vorsichtig: Drei bis fünf Prozent Wachstum seien aber realistisch.

Dabei sollen auch Russland und China helfen. Hier will V&B massiv wachsen. Sowohl in Russland als auch in China will V&B das Vertriebsnetz ausweiten, China soll so seinen Umsatzanteil mittlefristig von sieben auf 15 Prozent steigern.
Zunehmend an Bedeutung gewinnt auch das Online-Geschäft. Bereits jetzt setzt V&B über sechs Millionen über das Internet um, mit stark steigender Tendenz.

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