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Vivento Saarbrücken setzt 66 Mitarbeiter vor die Tür

Saarbrücken. Die Telekom-Tochter Vivento Customer Services entlässt 66 Mitarbeiter ihres Call-Centers in Saarbrücken. Die Betroffenen sind allesamt Leiharbeiter, sie verlieren ihre Stelle zum 1. Juni und stehen voraussichtlich wenige Wochen später auf der Straße. Denn das Unternehmen habe ihnen nahegelegt, dass „sie sich arbeitssuchend melden sollten“, sagte Peter Gallner, Gewerkschaftssekretär bei Verdi Saar. Die Zeitarbeitsfirmen, die Personal an Vivento vermittelten, könnten den Betroffenen offenbar keine neuen Jobs anbieten und würden ihnen daher kündigen.



Weitere Stellen in Gefahr?

Grund für den Stellenabbau ist nach Darstellung der Gewerkschaft eine Verlagerung eines telekom-internen Projektes nach Rendsburg (Schleswig-Holstein) und Hennigsdorf bei Berlin. Die Zahl der Beschäftigten bei Vivento sinke dadurch von rund 370 auf etwa 300. Möglicherweise fallen bald aber noch mehr Arbeitsplätze weg: „Wir haben Signale erhalten, dass weitere Projekte in Frage gestellt werden“, sagte Gallner.

Die Landesregierung reagierte empört auf die Pläne der Telekom. „Die Entlassungen sind ein klarer Bruch aller Absprachen. Das Verhalten der Unternehmensspitze ist für uns inakzeptabel“, sagte Wirtschaftsstaatssekretär Peter Hauptmann (FDP). Das Ministerium will nun alle Projekt-Verträge mit Vivento überprüfen und möglicherweise kündigen. Der Ärger ist so groß, weil die Geschäftsleitung der Telekom-Vivento noch im Januar „ein stabiles Beschäftigungsniveau bis wenigstens 2012 zugesagt“ habe, sagte Hauptmann. Damit sei eine Zahl von 400 Mitarbeitern gemeint gewesen – 100 mehr, als dort ab Juni beschäftigt sein werden. Im vergangenen Sommer war die Mitarbeiterzahl unter die Marke von 400 gesunken. Entgegen einer Zusage der Telekom-Spitze, dort bis Ende 2010 mindestens 500 Menschen zu beschäftigen.

Wirtschaftsminister Christoph Hartmann (FDP) hat sich in einem Brief an Telekom-Chef Heiko Obermann gewandt und „bittet“ darin „nachdrücklich um ein Signal zur Perspektive des Standorts Saarland“. SPD und Linke forderten Ministerpräsident Peter Müller (CDU) auf, sich bei Obermann für die Vivento-Beschäftigten einzusetzen. Der SPD-Landtagsabgeordnete Stefan Pauluhn warf Müller „Gleichgültigkeit gegenüber von Entlassungen betroffenen Arbeitnehmern vor“. Von der Telekom war gestern k? eine Stellungnahme zu erhalten. mzt

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