L105 Fechingen Richtung Mimbach Zwischen Gersheim und Bliesdalheim Unfall, Gefahr durch Personen auf der Fahrbahn, Gefahr durch Gegenstände auf der Fahrbahn, fahren Sie bitte besonders vorsichtig (20:13)

L105

Priorität: Sehr dringend

11°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken
11°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken

Völklingen will „Hermann“ aus "Hermann-Röchling-Höhe" streichen

Von SZ-Redakteur Bernhard Geber

Völklingen. Der Völklinger Stadtteil Hermann-Röchling-Höhe mit seinen rund 1300 Einwohnern wird in „Röchlinghöhe“ umbenannt – so wird es der Stadtrat am heutigen Donnerstag voraussichtlich mit großer Mehrheit entscheiden. CDU und SPD haben sich im Vorfeld auf diesen Kompromiss geeinigt, den die FDP bereits früher vertrat. Damit, so FDP-Fraktionschefin Denise Baldauf, würde weiter an die Familie Röchling und ihre Verdienste um die Stadt und den Stadtteil erinnert, ohne ein (problematisches) Mitglied hervorzuheben. Hermann Röchling hatte Hitlers Kriegsindustrie mit aufgebaut und war als Kriegsverbrecher verurteilt worden.

Dennoch hatte der Völklinger Stadtrat im August 1956 mit großer Mehrheit die damalige Bouser Höhe in Hermann-Röchling-Höhe umbenannt. Der Stadtteil war ab 1936 als Werkssiedlung entstanden – ein Projekt, das Firmenchef Hermann Röchling persönlich förderte. Die neue Namensgebung blieb über ein halbes Jahrhundert lang unumstritten. 1987 wurde das 50-jährige Bestehen der Hermann-Röchling-Höhe gefeiert, wobei der heutige Oberbürgermeister Klaus Lorig (CDU) persönlich die Festschrift herausgab.

Seit Januar 2010 kämpfte dann eine Bürgerinitiative dafür, den früheren Namen „Bouser Höhe“ wieder einzuführen. In der Folge bildete sich auf der Hermann-Röchling-Höhe auch eine Bürgerinitiative, die vehement für die Beibehaltung des Namens eintrat. Der Namensstreit führte auch zu internen Spannungen in der Völklinger CDU und SPD. Die CDU trat zunächst für eine Bürgerbefragung ein, während eine Mehrheit in der SPD nach anfänglichem Zögern eine völlige Streichung von „Röchling“ aus dem Stadtteilnamen forderte. Im vergangenen November verkündeten dann die Fraktionschefs Stefan Rabel (CDU) und Erik Kuhn (SPD) den jetzigen Kompromiss: Der Stadtteil solle künftig „Röchlinghöhe“ (ohne „Hermann“) heißen. Kritiker meinen dazu, damit würden auch noch zwei weitere Familienmitglieder geehrt, die ebenfalls in Kriegsverbrechen verwickelt gewesen seien – und zwar Robert und Ernst Röchling.

 Die öffentliche Stadtratssitzung beginnt um 17 Uhr in der Kulturhalle im Stadtteil Wehrden. Oberbürgermeister Lorig hat angekündigt, dass er diesmal Demonstranten keinen freien Lauf lassen werde. Befürworter des bisherigen Namens hatten bei einer Sitzung im vergangenen Juni, die ohne Entscheidung endete, die Stadtratsmitglieder geradezu umzingelt. Sie waren mit Transparenten bis auf die Bühne der Kulturhalle vorgedrungen.

Hat dir dieser Artikel gefallen?
Ja Nein