A8 Neunkirchen Richtung Saarlouis Zwischen AS Schwalbach/Schwarzenholz und AS Schwalbach Dauerbaustelle, Arbeiten am Mittelstreifen, linker Fahrstreifen gesperrt bis 28.10.2017 16:00 Uhr Zweiter Fahrstreifen auf Standspur eingerichtet. (26.05.2017, 13:53)

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Völklinger Bahnhof weiter ohne Schalter – Aufzüge noch bis November zu

Nachrichten aus dem Raum Völklingen

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Wer von Völklingen seit Anfang Oktober mit der Bahn fahren will, muss noch einmal die Zähne zusammen beißen. In den letzten Tagen des barriere-unfreien Zustandes, in denen der Mittelbahnsteig all denjenigen, die nicht gut zu Fuß sind, wie ein fernes Land erscheinen mag, werden alle Züge bis einschließlich heute ausgerechnet nur zu ihm geleitet – Bauarbeiten an Gleisen bei Bous sind der Grund. Ein letzter Härtefall vor der Erlösung. Denn bald schon sollen die Aufzüge, die von außen bereits wie fertig wirken, die steilen Treppen vergessen machen. „Anfang November werden sie offizell in Betrieb genommen“, meldete gestern die Pressestelle der Deutschen Bahn auf Anfrage der SZ, die Telekom muss dem Notrufknopf noch eine Nummer zuteilen, in der Unterführungen stehen letzte Arbeiten an. Wie fertig wirkt auch der Ticketschalter im DB Service Store, der seit Mitte Juli wieder für den Kundenverkehr geöffnet ist. Drum rauschen auch tagtäglich Bahnfahrer durch die offene Tür mit der Bitte um ein Ticket, wie Filialleiterin Heide Dalbert sagt, hinter deren Kopf das Wort „Fahrkarten“ wie umgekippt nach unten zeigt. Aber die runden Formen des Ds und des Bs auf der roten Blende in Kniehöhe entpuppen sich schnell als leeres Versprechen. Rund läuft hier nichts. Der Tisch stehe noch vom Vormieter an selber Stelle, das Holz stützt höchstens bei der Abrechnung der Tageseinnahmen.

Tickets? Fehlanzeige. Die Kunden müssen sich mit den beiden Automaten begnügen. Und das passt längst nicht jedem. „Manchmal funktioniert der Automat nicht“, sagt Eroglu Islam aus Völklingen, der gerade eine Münze ausgespuckt bekommt, die er kurz zuvor in die Maschine hineingesteckt hatte. „Und dann muss man in den Zug ohne Fahrkarte und beim Schaffner eine kaufen.“ Wenn denn einer da ist. Auch Claudia Güth, ebenfalls aus Völklingen, hätte lieber einen Ticketschalter in der Mittelstadt, einen mit einer Service- Kraft dahinter, die auf individuelle Fragen gleich die passende Antwort geben kann: „Viele kommen mit dem Automaten nicht klar und geben schließlich auf, ohne ihr Ticket bekommen zu haben.“ Und ein Bahnkunde aus Merzig, der seinen Namen nicht in der Zeitung sehen möchte, meint, „dass in eine Stadt wie Völklingen einfach ein Ticketschalter hingehört. Wahrscheinlich ist es der Kostenfaktor. Aber wenn die Dame im Laden den Service übernimmt, halten sich die Ausgaben für die Bahn wohl in Grenzen.“ Außerdem könne ein Automat längst nicht alle Anfragen bewältigen, führt der Merziger überdies an und nennt Tickets ins Ausland als Beispiel. Alle weitere angesprochene Passanten argumentieren ähnlich. Ein eindeutiges Votum also des Kunden.

Aber ob und wann in Völklingen Fahrkarten an einem Schalter angeboten werden, dazu wollte die Bahn gestern noch keine Angaben machen und verweist auf einen späteren Zeitpunkt. Hintergrund: 2014 trete ein neuer Verkehrsvertrag in Kraft – das Land sei Besteller, die DB Regio würde ausführen. Das betreffe Dinge wie Anzahl von Waggons, aber auch die Ausstattung von Bahnhöfen. Auch das Unternehmen hinter dem DB Service Store, die Valora Retail Service GmbH mit Sitz in Hamburg, hat gestern auf Anfrage der SZ noch keine Angaben zu dem Thema gemacht, verspricht aber, sich zu einem späteren Zeitpunkt zu melden. Das Warten geht weiter.

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