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Völklinger Ekelbahnhof: Rattenfallen und Dreck

Von SZ-Redakteurin Angelika Fertsch

Völklingen. Zehn Rattenfallen hat die Bahn rings um den Völklinger Bahnhofs aufgestellt, berichtet Peter Hamacher, der mit seiner Frau Annette einen Kiosk im Bahnhof betreibt. Dass sich die Nager auf dem Gelände wohl fühlen, ist für den 56-Jährigen sonnenklar. Schmutz, Dreck, chaotische Zustände auch im Bahnhof, und Kunden, die sich bei ihm beschweren, beklagt der Geschäftsmann seit Jahren.

Aktueller Anlass: Seit mehreren Wochen hätte die Firma SSG, die im Auftrag des Bahnunternehmens 3S-Zentrale auch den Bahnhof reinigen soll, „weder Müll weggeräumt noch geputzt“, wie Hamacher in einem Brief an die Firma geschrieben hatte. Vergangenen Freitag erhielt er unerwartet Beistand, eine Streife der Bundespolizei kontrollierte am späten Vormittag den Bahnhof und informierte per Handy das Serviceunternehmen über die Zustände. „Anweisen können wir solche Aktionen nicht“, sagte Polizeihauptkommissar Stefan Dorbach zu dem Vorfall. „Die Beamten haben auf den Missstand hingewiesen.“

Der Anruf hatte Erfolg. Wenig später, so berichtete Hamacher der SZ, rückte eine Putzkolonne an, „fünf oder sechs Leute“, räumte säckeweise Verpackungsmüll, Glas, Plastik vor und in dem Bahnhof weg. Ein Fortschritt sei das, sagte Hamacher am Samstag, aber trotzdem sei das Gebäude nach wie vor dreckig. Böden und Fenster starrten vor Schmutz. Es werde in alle Ecken uriniert, vor allem, seit vor fünf Monaten das Bistro 13 geschlossen habe. „Für 50 Cent konnte man dort die Toilette benutzen.“ Hamacher hatte vor knapp fünf Jahren sogar den Versuch unternommen, in Eigenregie für etwa 4000 Euro eine Toilette in seinem Lager einzubauen. Damals war die Stadt sogar bereit, einen Teil der Summe als Wirtschaftsförderung zu investieren. Gescheitert war das Projekt am Widerstand der Deutschen Bahn.

Auch an Kurt Kasper, den bei der Stadt Völklingen für Wirtschaft zuständigen Mann, wandte sich Peter Hamacher mit seiner Frau wegen der aktuellen Situation. Die Antwort liegt der Redaktion schriftlich vor. Kasper schreibt: „Auch wir haben die Sache im Auge und sind aktiv. Ich brauche Ihnen nicht zu erklären, wie kräfteraubend der Kampf mit der DB ist. Nach meinen ersten Informationen hat die Bahn die Reinigungsintervalle bundesweit um die Hälfte reduziert. Es gibt mittlerweile Aufstände bei einer ganzen Reihe von betroffenen Städten und Gemeinden.“

Eine Schande, findet das Ehepaar Hamacher, wie sich Völklingen am Tor zum Weltkulturerbe den Reisenden präsentiert.



Hintergrund

Die Debatte um eine öffentliche Toilette im Völklinger Bahnhof hat eine Vorgeschichte. Vor etwa 15 Jahren, erklärte ein Bahnsprecher, habe die Bahn der Stadt Völklingen – wie anderen Kommunen auch – angeboten, auf dem Bahnhofsvorplatz eine öffentliche Toilette zu errichten. Die Baukosten von (umgerechnet) etwa 100 000 Euro wollte die Bahn tragen. Manche Kommunen hätten das Angebot angenommen, andere – auch Völklingen – nicht, wohl mit Blick auf die späteren Unterhaltungskosten, die dann die jeweilige Kommune hätte übernehmen müssen. red



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