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Völklinger Fischzucht: Die ersten Störe kommen am Donnerstag

Bereits am Donnnerstag werden die ersten Stör-Setzlinge in Fürstenhausen erwartet. Im März sollen dann Yellowtail-King-Fische in die 2500-Kubikmeter-Becken kommen, hier ein Exemplar in der Forschungshalle der Fischzucht.

Bereits am Donnnerstag werden die ersten Stör-Setzlinge in Fürstenhausen erwartet. Im März sollen dann Yellowtail-King-Fische in die 2500-Kubikmeter-Becken kommen, hier ein Exemplar in der Forschungshalle der Fischzucht.

Völklingen. Am morgigen Donnerstag (31.01.2013) sollen die ersten Fische in der Produktionsanlage in Fürstenhausen eintreffen. Geschäftsführer Jochen Dahm erwartet hier eine Lieferung von 2000 Stör-Setzlingen, jeder zwei bis drei Gramm, aus einer Aufzuchtfarm in Ungarn. Am Montag sollen 200 weitere Störe folgen. Für Februar sind dann weiter jeweils 90.000 kleine Wolfsbarsche und Doraden bestellt, und im März soll mit dem Yellowtail-Kingfish eine weitere Edelsorte folgen. Jochen Dahm rechnet damit, dass die ersten Fische im Januar kommenden Jahres schlacht- und verkaufsreif werden.



Geschäftskontakte bis Hanoi

Spätestens bis dann muss der Vertrieb geregelt sein. Und die Meeresfischzuchtgesellschaft Völklingen (MFV), derzeit eine 100-prozentige Tochter der Stadtwerke, hat sich nun dafür ein Duo zur Verstärkung geholt. Das ist einmal ein sehr guter Bekannter in der Hüttenstadt, Hans Agostini (63), Vorsitzender des Völklinger Wirtschaftskreises und Präsident des saarländischen Einzelhandelsverbandes. Und zum anderen Gerd Schnyder (60), professioneller Marketingberater mit Schweizer Pass und Geschäftsadressen in Hanau und Hanoi.
Beide arbeiten nun befristet für die MFV auf Honorar- beziehungsweise Aufwandsentschädigungsbasis. Ihre gemeinsame Aufgabe ist es, Kontakte zu pflegen und zu knüpfen und Vorschläge für ein Konzept zu erarbeiten, wie der Vertrieb der Meeresfische auf sichere Beine gestellt werden kann.

Jochen Dahm hat seine beiden neuen Berater gestern bei einem Gespräch in der SZ-Redaktion in Völklingen vorgestellt. Auf Hans Agostini kommt die Aufgabe zu, vor Ort und in der Region auf Handel, Gastronomie, Catering-Betriebe und Fachgeschäfte zuzugehen. Gerd Schnyder soll sich im nationalen und auch internationalen Rahmen um Marketing und große Handelsketten kümmern. Doch wer ist Gerd Schnyder? Wie er berichtet, hat er in Berlin Kommunikationswissenschaft studiert, sich mit 30 Jahren selbstständig gemacht, dann unter anderem Autowaschanlagen einer bestimmten Marke vermarktet. Wer Näheres hierzu wissen will, kann sich den so genannten Blauen Elefanten an der Hauptstraße in Luisenthal betrachten. Irgendwann lernte Schnyder dann Dr. Uwe Waller kennen, der heute wissenschaftlicher Berater bei der Fischzucht in Völklingen ist. Mit Waller zusammen ging’s 2001 nach Vietnam zu einem Forschungsprojekt der Schweizer Garnelenzuchtanstalt. Schnyder: „Waller und ich haben dann die ersten geschlossenen Kreislaufanlagen in Vietnam aufgestellt.“ Und so bauten sich dann langsam die Kontakte auf, die Dahm nun auch bewogen, den Schweizer als Berater zu verpflichten.
20 Millionen Euro Vorleistung

Schnyder wäre kein Marketingberater, wenn er nicht die Chancen hervorstriche: „In Deutschland hatten wir im Jahr 2011 einen Marktanteil von 64,9 Prozent an Meeresfischen, und dies mit steigender Tendenz.“ 2,4 Millionen Tonnen Fische und Krebstiere seien in der Bundesrepublik 2011 umgesetzt worden, davon 88 Prozent aus Importen. Die Fürstenhausener Anlage ersetze davon 600 bis 650 Tonnen. Schnyder: „Der Handel weiß, dass wir etwas teurer sind, aber das akzeptiert er auch.“ Großer Vorteil des Fischs aus Fürstenhausen ist aus Sicht Agostinis vor allem die Nachhaltigkeit und Nachvollziehbarkeit der Produktion. Und Dahm setzt hier noch einen drauf: „Wenn mich einer fragt, ob die Meeresfische aus Fürstenhausen auch schmecken, dann sage ich: Mir fehlt das Öl, das Quecksilber, das Plastik und aller sonstiger Abfall, der da draußen schwimmt.“

Der Aufbau des Vertriebs gilt derzeit als wichtigste MFV-Aufgabe. Immerhin sind rund 20 Millionen Euro an Investitionssumme und Anlaufverlusten in Fürstenhausen wieder einzuspielen. Übrigens: Agostini wird natürlich auch weiter in seinen Geschäften in Völklingen und Ludweiler Schuhe an den Mann und die Frau bringen.
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