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Völklinger Fischzüchter haben endlich Investoren am Haken

 Seit Februar schwimmen die ersten Störe in der Völklinger Zucht-Anlage. Der Starttermin hatte sich immer wieder verzögert.

Seit Februar schwimmen die ersten Störe in der Völklinger Zucht-Anlage. Der Starttermin hatte sich immer wieder verzögert.

Die Ankündigung kam überraschend: Die Meeresfischzucht Völklingen (MFV), Tochter der Stadtwerke-Holding, soll mehrheitlich in private Hände übergehen. Stadtwerke- und MFV-Geschäftsführer Jochen Dahm verkündete gestern auf einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz, dass alle beteiligten Aufsichtsräte der Holding grünes Licht für „Endverhandlungen bezüglich des Verkaufs von Gesellschaftsanteilen“ gegeben hätten. Bislang hält die MFV 100 Prozent an dem Fischzucht-Projekt, das immer wieder Probleme hatte. So etwa bei der Gewinnung privater Partner, die „von Beginn an“ Ziel war, sagte Dahm. 60,3 Prozent der Anteile sollen nun veräußert werden, verteilt auf drei Partner. Je 25,1 Prozent sollen an die Ocean Swiss Alpine Seafood und die sächsische Sawa GmbH gehen; 10,1 Prozent an die Firma Neomar, die die Fischzucht- Anlage in Fürstenhausen betreibt. „Die verbliebenen 39,7 Prozent bleiben bei uns“, sagte Dahm. Der Haken: „Die Verträge sind noch nicht ganz in trockenen Tüchern.“

Der Geschäftsführer zeigte sich indes zuversichtlich, „spätestens nach dem 27. November“ Vollzug zu melden. Dann ist eine Sitzung des Völklinger Stadtrats terminiert, der dem Verkauf zustimmen muss. Bis dahin seien noch Einzelheiten zu klären, sagte Dahm. Unter anderem schloss Dirk van Vliet, Präsident des Verwaltungsrats von Ocean Swiss, eine Erhöhung seiner Anteile nicht aus. Über den Kaufpreis mochten sich van Vliet und Dahm nicht äußern. Auf die Schätzung eines Journalisten von rund 2,5 Millionen Euro für 25,1 Prozent entgegnete Dahm: „Das ist nicht ganz aus der Luft gegriffen.“

Mit dem Investoren-Einstieg – der auch Basis für eine Zusammenarbeit sein soll – hofft Dahm auf das Ende einer problematischen Vergangenheit. Seit der Insolvenz der IFFT, die 10,1 Prozent an der MFV hielt, lag die Fischzucht ganz in kommunaler Hand – was für Kritik sorgte. 2012 scheiterte eine Zusammenarbeit mit der Beteiligungsgesellschaft pp Wealth. Das ganze Projekt kam auch wegen verzögerter Termine und Gerüchten über Liquiditätsprobleme nicht zur Ruhe. Kontakt zu den potenziellen Gesellschaftern hat die MFV schon länger.

Über den Einstieg von Neomar wurde schon länger spekuliert. Hinter der Fischzucht-Firma Sawa aus Zwickau steht der Unternehmer Dieter Zahn, der bereits Geschäftsbeziehungen zu den Stadtwerken hat. Ocean Swiss steht vor dem Bau der ersten Schweizer Meeresfischzucht- Anlage nach Völklinger Vorbild. Ocean Swiss will mit Sawa und der MFV bei Anlagen, Forschung und Vertrieb „Synergien nutzen“, sagte van Vliet. Auch Sawa plant eine Anlage bei Zwickau.

In Völklingen laufe unterdessen „alles gut“, sagte Dahm. Die ersten Fische könnten im Frühjahr geerntet werden.

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