A8 Neunkirchen Richtung Saarlouis Zwischen AS Schwalbach/Schwarzenholz und AS Schwalbach Dauerbaustelle, Arbeiten am Mittelstreifen, linker Fahrstreifen gesperrt bis 28.10.2017 16:00 Uhr Zweiter Fahrstreifen auf Standspur eingerichtet. (26.05.2017, 13:53)

A8

Priorität: Normal

9°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken
9°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken

Völklinger Initiative ist gegen abgespecktes City-Center

Das originale, große City-Center-Projekt gibt es nur noch auf dem Transparent an der Front der Kaufhof-Ruine - gebaut wird es nicht.

Das originale, große City-Center-Projekt gibt es nur noch auf dem Transparent an der Front der Kaufhof-Ruine - gebaut wird es nicht.

Mit einem Paukenschlag geht der Verein „Initiative Bürgerstiftung Völklingen“ jetzt erstmals an die Öffentlichkeit. Für das „Bürgerfrühstück“ am kommenden Sonntag, bei dem die Gruppe mit allen Interessierten über Stadtentwicklung in Völklingen diskutieren will, hat sie eigene Überlegungen zum Thema formuliert. In deren Mittelpunkt steht das geplante City-Center. Das sei in der nun diskutierten „abgespeckten“ Form nicht sinnvoll und auch nicht wünschenswert, erklärt die Gruppe. Sie fordert, die Stadt möge „die in die Verträge eingebaute Reißleine“ ziehen, also die Grundstücksverkäufe an den City-Center-Investor rückgängig machen, und „einen neuen Ansatz für das gesamte Areal auf die Beine stellen“.

Zwar berge solch ein Projekt viel Hoffnung. Hoffnung auf neue Einkaufsmöglichkeiten, die die Innenstadt attraktiver und lebendiger machen; Hoffnung auf millionenschwere Bau-Aufträge für regionale Unternehmen. Die Initiative plädiert jedoch für Realismus: Generell sei festzustellen, dass die Chancen für „Shopping-Center in B-Lagen – und hierzu zählt Völklingen sicherlich – zurückgehen“. Kaufkraft fließe in Schwerpunktzentren wie Saarbrücken und Saarlouis; die saarländische Stadtlandschaft sei von „Verdrängungswettbewerben“ bestimmt, die Idee von Mittelstädten als Versorgungszentren sei verlorengegangen.

Und warum wendet sich die Initiative dann gegen ein verkleinertes City-Center? Aus städtebaulichen Gründen, sagt Dietmar Hoffmann, Vorstandsmitglied des Vereins und Architekt von Beruf. Bei der europaweiten Ausschreibung, aus der das – große – Center-Projekt als Sieger hervorging, müsse es ja städtebauliche Vorgaben gegeben haben. Die erfülle das verkleinerte Projekt zwangsläufig nicht mehr. „Eine neue Lösung braucht eine neue städtebauliche Grundlage“, sagt Hoffmann. Und: „Im Moment ist nicht der Investor gefragt, sondern die Stadt“ – die müsse unter jetzigen, veränderten Vorgaben neu nachdenken: „Was kommen muss, ist eine geregelte städtebauliche Entwicklung des Areals ‚City-Center’ .“ Es sei besser, sagt Hoffmann, neu anzufangen, als sich auf Kompromisse wie das „abgespeckte“ Center einzulassen. „Wir haben ja auch keine Garantie dafür, dass der Investor mit einer abgespeckten Lösung zu Potte kommt“, fügt er hinzu.

Wie der Neubeginn aussehen könnte? Die Gruppe plädiert für einen Architekten- beziehungsweise Stadtplaner-Wettbewerb. Der dann sogar die ganze Innenstadt umfassen könnte – die Gruppe selbst hat dazu schon einige Ideen.

Dass Neuplanen Zeit koste, müsse man nicht fürchten: „Völklingen geht dann ja nicht unter“, sagt Hoffmann. „Es bleibt nur, wie es ist.“ Für die Stadtverwaltung sei ein Neuanfang sogar entlastend: Er befreie sie vom Erfolgsdruck, dass schnellstmöglich auf dem Areal des Ex-Kaufhofs etwas gebaut werden müsse.

HINTERGRUND

Der Verein „Initiative Bürgerstiftung Völklingen“, im Mai gegründet, will eine Stiftung ins Leben rufen, die die Entwicklung Völklingens konstruktiv begleitet und Impulse gibt für die Stadtentwicklung. Besonders wichtig ist der Gruppe, Stadtplanung und –entwicklung für die Bürger transparent zu machen und öffentliche Debatten dazu anzuregen.

Ein Bürgerfrühstück unter dem Motto „Völklingen 2033: Quo vadis?“ ist die erste öffentliche Veranstaltung der Initiative. Dazu sind alle Interessierten am Sonntag, 23. Juni, 10.30 Uhr, eingeladen ins Café Salto (Gatterstraße 15-17). Weitere Bürgerfrühstücke sollen nach Mitteilung der Initiative folgen.

Beim nächsten soll es um die städtebaulichen Leitlinien Völklingens gehen; man hoffe, dass dann Ludwin Scherer von der Stadtverwaltung, Heiko Lukas, Präsident der saarländischen Architektenkammer, und Willi Latz von der Stiftung Baukultur als Diskussionspartner dabei seien. dd

Hat dir dieser Artikel gefallen?
Ja Nein